Mit der Nennung der Farbe Schwarz wird der Resonanzraum der Bedeutungszuordnungen in Erregung versetzt. Wie kaum eine andere Farbe ist die kulturelle Symbolik von einem globalen Kontrastreichtum geprägt. Im Gegensatz zu anderen Farben entzieht sich das „Phänomen Schwarz“ aber eigenartigerweise einer kategorialen Bestimmung. Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass sie meist mit anderen Farben assoziiert oder kombiniert wird. Dadurch ist man bei einer kulturgeschichtlichen Annäherung gezwungen, die anderen Farben mitzudenken. Alles Farbige ist eingebettet in den elementaren Kontrast von Schwarz und Weiß. Ohne diese beiden Abtönfarben gäbe es keine Kontrastierungen in der farbigen Umwelt. Im Schwarzen verliert sich alles Farbige, im Weißen löst es sich auf. Über das Schwarze nachdenken heißt sich dem Farbigen bewusster zu werden. Der interdisziplinäre Blickwinkel ist der Einzige, um die Bedeutungsebenen des Schwarzen angemessen reflektieren zu können. Für diese Ringvorlesung wird also vom Standpunkt des Schwarzen aus operiert und das Spektrum der Bedeutungsebenen freigelegt.

 

Mittwochs, 18.00 bis 19.30 Uhr, Hörsaal 150

Erster Termin: 2. November 2016, Prof. Frank Böhme (Hochschule für Musik und Theater Hamburg), „Einige aufhellende kulturgeschichtliche Gedanken über das Dunkle“