Lambchop im Grossen Saal

Lambchop in der Elbphilharmonie

Bei Klassikkonzerten sind ist man sich, selbst wenn man die Karten für die Elbphilharmonie nur per Zufall ergattert hat und mehr der Ort als das Programm im Vordergrund stehen. Dann gibt es Musik, bei der der unbedarfte Zuhörer überfordert ist und dann doch frühzeitig den Saal beziehungsweise das Konzert verläßt. Erwarten kann man das bei eher exotischen Musikrichtungen wie Zwölftonmusik oder Minimalmusik, eher unerwartet passiert das in der Sparte Pop/Rock. In der Elbphilharmonie sind nun die Verhältnisse ein wenig auf den Kopf gestellt. Klassikpublikum stolpert über Popkonzerte, Popands spielen vor Publikum, die nicht wie sonst in Konzerten üblich ausgewiesene Fans sind. Lambchop und Kurt Wagner mussten nun diese ungewohnte Erfahrung machen und nach ihnen werden wahrscheinlich noch eine ganze Reihe anderer Bands in ihre Fußspuren treten. Nun ist die Musik von Lambchop eigentlich gefällig, und viele haben ohne es zu wissen bestimmt schon einmal Lambchop  in der Vergangenheit gehört, und doch war das Konzert in der Elbphilharmonie zunächst gewöhnungsbedürftig, selbst wenn man Lamchop kennt.
Die Soundmischung war zumindest in der ersten Hälfte und in den oberen Ränge suboptimal. Bass, Schlagzeug und Flügel top, Kurt Wagner und Gitarre Flop. Man fühlte sich in eine Bar versetzt und strengte sich an Wagner zu verstehen. Später im Konzert machte Christoph Lieben-Seutter seinen abendlichen Kontrollgang auch in der 16.Etage und kurz darauf wurde der Mix korrigiert – Immerhin. Ab da hatte man dann die Chance sich tatsächlich auf die Musik zu konzentrieren und sich mit den neuen Stücken von Lambchop auseinander zu setzen. Wagner ist nicht Laurie Anderson, und irgendwie sind die Zeiten für dauerhaften Vokodermissbrauch auch vorbei. Musikalisch  ist Wagner immer noch gefällig, und doch nivelliert der Vokoder am Ende dann doch die Stücke. Auch Wagner brauchte eine ganze Zeit um mit dem ungewöhnlichen Ort warm zu werden und mit dem Publikum zu kommunizieren.