Nachlese

Die meisten Veranstaltungen des Harbour Front Literaturfestivals fanden im September statt; doch eine sehr schöne Lesung gab es auch am 4. Oktober in der ausverkauften KLU: Axel Hacke stellte sein neues Buch vor: „Die Tage, die ich mit Gott verbrachte“.

Wenn einer von einem alten Mann von der Parkbank geschubst wird, auf die eine Sekunde später ein schwerer Glasglobus kracht, den ein streitendes Pärchen aus dem Fenster wirft, fängt er an, sich zu wundern. War das Absicht, dass der Alte ihn gerettet hat? Ist der Alte Gott? Eine unerwartete Begegnung. „Die Menschen sind nur an dem Gott interessiert, den sie sich ausdenken – nicht an Gott selbst“, sagt Gott. Und die Menschen seien grundlos auf der Erde, nicht mal als Nebenprodukt seien sie gedacht gewesen. Der Mensch – ein Irrtum. Und diese Erkenntnisse sind ein gelungener Auftakt einer gelungenen Lesung.

Axel Hacke schreibt seit über 25 Jahren für das „Süddeutsche Magazin“, das immer freitags als Beilage der „Süddeutschen Zeitung“ erscheint. Aus „Das Beste aus meinem Leben“ wurde die Kolumne „Das Beste aus aller Welt“; die Gespräche des Autors mit seinem Kind, als dieses noch im Kindergartenalter war, und vor allem die Dialoge mit Bosch, dem alten Kühlschrank, mit dem sich Hacke nachts in der Küche unterhält, sind legendär. Und am 4. Oktober unterhält Hacke sein Publikum, das nicht grundlos in der KLU erschienen ist. Irrtum ausgeschlossen.