Eine Fabel und …

 

„Die Feder stieg im Wind. Niemand nahm dieses merkwürdige Phänomen wahr, vielleicht nicht einmal der Wind selbst, der von Natur aus Halme biegt, Blätter mit seinen Fingern verwirbelt und Teiche mit Regentropfen überrascht, die unvorhergesehen Kreise und Luftblasen auf einer zuvor reglosen Wasseroberfläche hinterlassen. Während die Feder ihre unsichtbare Geheimsprache in den Himmel schreibt, überflog sie ein Dorf voller Menschen, die nur dem Bedeutung beimaßen, das auf der Erde und vor ihren Augen geschah.“

 

Der Autor Giorgio Faletti nimmt seine Leser mit auf die Reise einer kleinen weißen Feder, die vom Wind an verschiedene Orte getragen wird: Sie kehrt bei einem König und einem General ein, lauscht dem Gespräch eines Pfarrers und seines Kardinals, tanzt mit der verliebten Tänzerin, besucht die Frau aller Männer und erleuchtet den Mann des weißen Blattes.

Falettis Fabel lädt zum Innehalten ein und dazu, der kleinen Feder zu folgen.

 

 

„Die kleine Feder“ von Giorgio Faletti | Atlantik | November 2016 erschienen | 96 Seiten | 10 Euro

 

 

… ein Fotoband

 

Hans Meyer-Veden ist seit über einem halben Jahrhundert Fotograf. Der Bildzyklus „An der Elbe“ führt den Betrachter von der HafenCity nach St. Pauli über Ottensen, Oevelgönne, in die Elbvororte bis ans andere Ufer der Elbe ins Alte Land.

Die Motive zeigen den Fluss im Winter von Eisschollen bedeckt, im Regen und an einem Sommertag, an dem die Menschen am Elbstrand stehen und den Schiffen nachschauen. Auch wenn die Elbe nicht auf jedem Bild sichtbar ist, spürt man ihre Anwesenheit in der Nähe der Häuser, der Parkanlagen und am steinigen Ufer. n      AF

 

„an der Elbe“ von Hans Meyer-Veden | Junius-Verlag | September 2016 erschienen | 192 Seiten | 39,90 Euro