Geheimtipp: Beat n Blow aus Berlin
Geheimtipp: Beat n Blow aus Berlin
Wo spielte die Musik?

Ein Mammutprogramm liegt hinter der HafenCity und so wie sich der Sonntag im Moment darstellt, ist das Fest eigentlich zu Ende. Zeit für einen Rückblick. Dieser Artikel soll hier jetzt keine Generalabrechnung mit dem Konzept und einzelnen Veranstaltungen des Tages der deutschen Einheit in der HafenCity werden, dazu ist das Programmangebot zu groß gewesen, als dass man überhaupt hätte versuchen können alles und jeden anzusehen und zu begutachten.

Nochmal Beta n Blow aus Berlin
Nochmal Beta n Blow aus Berlin
Die Auswahl ist also vom persönlichen Geschmack, Zeit und Zufall bestimmt worden, letztendlich wie bei jedem Besucher auch. Da die Vorzeichen für jeden gleich gewesen sind , ist dann die Übersicht doch auch wieder ein wenig repräsentativ.

Am Samstag: Annett Louisan
Am Samstag: Annett Louisan
Diejenigen, die in die HafenCity und Speicherstadt zum Musikhören gekommen sind, sind auf jeden Fall voll auf ihre Kosten gekommen. Zu fast jeder Zeit gab es an irgendeiner Ecke der HafenCity Livemusik zu hören (und zu sehen). Am Samstag gehörte dabei das Wecken am Morgen durch "Amelie" von Stefan Gwildis beim Soundcheck mal zu einer angenehmen Abwechslung zu Baulärm ab sieben. Dafür schon mal ein fettes Plus.

Kein Geheimtipp sondern ein ganz grosser Tipp: Stefan Gwildis(Foto:Markus Klotmann)
Kein Geheimtipp sondern ein ganz grosser Tipp: Stefan Gwildis(Foto:Markus Klotmann)
Auch das Konzert von Gwildis am Abend hätte gerne länger dauern können, zeigte aber, wie das Konzert am Abend davor von Samy Deluxe, dass der Konzertplatz Marco-Polo-Terrassen in dieser Bühnenkonfiguration nur begrenzt für Großkonzerte geeignet ist. Wer sich nicht direkt auf dem Platz vor der Bühne befand, musste mit starken Sichteinschränkungen vorlieb nehmen, die Großbildleinwand war da nur eine begrenzte Hilfe. Eine Bühne für die Marco-Polo-Terrassen gehört auf einen Ponton in Front der Terrassen wie beim Fleetinselfestival, dann gibt es keine Sichtbeschränkungen und eine Vielfaches an Zuschauern kann bequem der Vorführung folgen.

Trotzdem hatten viele Zuschauer am Standort Spass, da es kein einfaches Unterfangen war, die Rasenhügel heil wieder herunterzukommen. Etliche Menschen purzelten, den Halt verloren, vor die Füsse anderer Zuschauer. Zum Glück ist nichts passiert, aber ein Überdenken des Standortes der Bühne sollte in Betracht gezogen werden.

Immer unterhaltsam (Foto:Markus Klotmann)
Immer unterhaltsam (Foto:Markus Klotmann)
Zurück zur Kultur. Es war für jeden Geschmack etwas dabei. Vom Blasorchester mit Lale Andersen- und anderen Seemannsliedern auf den Marco-Polo-Terrassen zum gleichzeitig stattfindenden Konzert einer jungen Hamburger Band mit hartem Rock auf den Magellan-Terrassen war es nicht weit.

Die Distel setzt sich mit Terrorcamps auseinander
Die Distel setzt sich mit Terrorcamps auseinander
Auf den Magellan-Terrassen musste man aber Glück haben, zur Ansage der Bands auf dem Platz zu sein, sonst hatte man keine Chance, den Namen der Spielenden herauszufinden. Hier wäre ein wenig mehr Information hilfreich gewesen.

Der Berliner Pavillion sorgte dann mit Beat n Blow für ein echtes Highlight. Wenn die Bläsertruppe vor das Zelt trat und, mit einer durch ein Megafon singenden Frontfrau, Funk zum Besten gab, war sofort Stimmung im Publikum. Da lohnte es sich auch auf den nächsten Auftritt zu warten. In den Pausen konnte man sich die Zeit mit Kabarett der Distel vertreiben.

Die NDR-Bigband mit Joe Gallardo im Cruisecenter
Die NDR-Bigband mit Joe Gallardo im Cruisecenter
Wer Glück hatte konnte ein paar Meter weiter vor dem Bayernzelt Alphörnern lauschen – oder dem Lärm aus dem Festzelt, wo ein Orginalbild bayrischer Kultur zur Abschreckung angeboten wurde – beim Bundestag konnte man sich anschliessend bei Dixie die Folgen unmäßigen Alkoholkonsums erklären lassen.

Wem es am Abend zu kalt wurde, der konnte im Cruisecenter der NDR-Bigband mit Joe Gallardo lauschen, die Latin-Kompositionen von Joe Gallordo mit ordentlich Elan vortrug, bei sehr guter Akustik im Containerbau.

Die Bühne auf den Marco-Polo-Terrassen ist für Großkonzerte falsch platziert
Die Bühne auf den Marco-Polo-Terrassen ist für Großkonzerte falsch platziert
Viele der kleinen Veranstaltungen am Rande kamen bei diesem Großaufgebot auf den Hauptspielflächen natürlich zu kurz. Man musste sich schon losreissen oder sowieso schon Fan sein, um diese Perlen zu finden – Schade eigentlich, aber bei einem Angebot dieser Größenordnung nicht zu vermeiden. Spaß konnte aber jeder haben.

Am Sonntag war dann das Wetter der eigentliche Spielverderber. Die NDR-Showband und Alma Hoppe konnten einem leid tun, vor einer Handvoll mit Regenschirm bewehrten Passanten zu spielen. Aber immerhin: Zwei Tage mit einem Programm für jeden unter Glück beim Wetter liegen hinter HafenCity und Speicherstadt.

www.beatnblow.de

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