Da fährt so manchem der Schrecken in die Glieder

Da fährt so manchem der Schrecken in die Glieder

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Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten über Kunst auch, aber hier fährt dann doch dem einen oder anderen der Schrecken in die Glieder. Brennende HafenCity-Gebäude auf einem Plakat auf den Magellan-Terrassen. Was zunächst wie eine Werbung für eine Feuerversicherung oder Sicherheitsfirma aussieht, entpuppt sich beim Kommunikationsversuch mit drei Franzosen und kurzer Recherche im Internet als Kunstprojekt. Die drei archetypischen französischen Mittzwanziger versuchen den Passanten zwar auf französisch, französischem Englisch und ein paar Brocken Deutsch zu erklären was sie machen – Im Zweifel hilft der mitgebrachte Wein über fehlende Vokabel – hinterher ist man aber nicht wirklich schlauer.

Aber - Kunst!

Aber - Kunst!

Sie wollen Sportswear, Photoshop-Montagen und sonstige Kunst verkaufen. In der Norderstrasse 71 haben sie dazu einen verrotteten Laden "besetzt" und verkaufen dort Kunst – aber nur an Menschen die weniger als 50000 Euro im Jahr verdienen. Zum Kauf muss man einen Vertrag abschliessen, der bei Falschangaben eine Vertragsstrafe von tausend Euro vorsieht.

Am Wochenende geht das Kunstprojekt seinem Höhepunkt entgegen. Am 13. September von 17-20 Uhr in der Norderstrasse 71 am Hühnerposten gibt es Performance-Kunst als Gesellschaftsspiel.

Um auf Geschmacklosigkeit zurückzukommen: Man mag ihnen als Franzosen nachsehen, dass ihnen der bevorstehende 3.Oktober und der Tag der deutschen Einheit fremd sind und die damit verbundenen möglichen Krawalle nicht in den Plakaten schon vorweggenommen werden mögen, sie müssen sich aber trotzdem die Frage gefallen lassen: Muss das sein?

Wer es genauer wissen will: Link