Gala Othero Winter (ganz links) singt mit ihren Kollegen

Gala Othero Winter (ganz links) singt mit ihren Kollegen

Gala Othero Winter erhält den Boy-Gobert-Preis 2016

„Ich begreife die Dinge erst, wenn ich sie ausprobiere“, sagt Gala Othero Winter. Und dann läuft sie wild über die Bühne, hält inne, versucht auf einen Kasten zu klettern, verrenkt sich, guckt sich um, versucht es erneut und immer wieder. Es sind nicht nur die Verrenkungen und Bewegungen, durch die Winter sich ausdrückt: Es ist vor allem ihr Gesicht und ihre Mimik, die beeindrucken und ein kleines Kind im Publikum zu immer wieder einsetzendem Lachen bringen.

„Aus einer souveränen Ruhe heraus entwickelt sie Figuren von explodierender Energie und anrührender Komik“, begründet die Jury unter dem Vorsitz des Schauspielers Burghart Klaußner ihre Entscheidung.

„Ich möchte die Bühne küssen, auf der die Schauspielerin gespielt hat“, so Klaußner, kniet sich dann hin und küsst die Bühne des Thalia Theaters, über die Winter gerade gewirbelt ist.

„Theaterzwang“ wünscht sich Winter in ihrer Rede, es gebe ja auch Schulzwang. Und rechnet akribisch vor, wie viele Bühnen in welcher Größe die Stadt Hamburg bräuchte, um dieses Unterfangen umzusetzen. Alle Bürger müssten jeden Abend in die Vorstellungen gehen. Arbeitsplätze würden dadurch auch geschaffen. Und da ist sie wieder, die Komik, die anrührt.

Auch in ihrer Dankesrede beweist die 1991 in Hessen geborene Schauspielerin, dass sie Humor hat: Sie trägt einfach eine lange Liste mit Vornamen vor.

Seit 1981 verleiht die Körber-Stiftung jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Boy-Gobert-Preis mit dem Anliegen, herausragende junge Schauspieler am Anfang ihrer Karriere zu unterstützen. Bisherige Preisträger sind unter anderem Ulrich Tukur, Martin Wuttke, Susanne Wolff, Bastian Reiber und Fritzi Haberlandt.