Osterglocken fürs Gleis, gepflanzt durch Kinderhände
Osterglocken fürs Gleis, gepflanzt durch Kinderhände
Osterglocken für das Abstellgleis

Ein einführender Gottesdienst in der Katharinenkirche brachte die Gemeinde auf die Strecke, um begleitet von der Kunsthistorikerin Karen Michels, der Autorin Karin Guth, dem ukrainischen Klarinettisten Aleksander Vakarchuk und den Pastoren Engelbrecht und Heider-Rottwilm eine österliche Aktion auf dem Gelände des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs zu bringen. Mit stadthistorischen Erklärungen ging es über die Jungfernbrücke in die Speicherstadt. Von weitem nur eine weitere Gruppe, die durch die Speicherstadt geführt wurde, wurde man spätestens wenn man in Hörweite kam eines Besseren belehrt. Der Klarinettist Aleksander Vakarchuk stimmte mit Klezmer-Musik die Prozession auf den Brückenschlag zwischen Gegenwart und Vergangenheit ein. Über die moderne Seite des Sandtorkais und durch das aufwändig renovierte Internationale Maritime Museum ging es zu den Überresten des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs. Einer der wenigen noch verwunschenen Orte in der HafenCity auch ohne das Wissen um seine schreckliche Vergangenheit.

Der Charme ist unverkennbar
Der Charme ist unverkennbar
Karen Michels führt auf dem Weg
Karen Michels führt auf dem Weg
Efeuberankte alte Bahnschuppen, überwucherte Gleise und der Lohsepark bestimmen diesen Ort, und auch der Neubau der Pfeilerbahn konnte dem morbiden Charme dieser Industriebrache nichts anhaben. Ursprünglichen Planungen zufolge sollte dieses Areal einem Park und moderner Bebauung weichen, soll es jetzt zu einer Gedenkstätte ausgebaut werden. Wie diese Gedenkstätte im einzelnen aussehen soll ist zur Zeit Gegenstand von Untersuchungen, es belibt aber zu hoffen, dass dieser letzte Hort von Geschichte möglichst unangetastet erhalten bleibt.

Aleksander Vakarchuk begleitet auf der Klarinette
Aleksander Vakarchuk begleitet auf der Klarinette
Die Autorin Karin Guth verliest Erzählungen der Deportierten
Die Autorin Karin Guth verliest Erzählungen der Deportierten
Unter einem nicht mehr genutzten Containerportalkran findet man dort auch die letzten Überreste der historischen Gleisanlagen. Hier zwischen zwei Pollern ist das Ziel der Prozession. Narzissen sollen gepflanzt werden, zu Ehren der hier in den Tod geschickten. Mit mitgebrachten Schaufeln aus dem pastoralen Schrebergarten wird unter Hilfe vieler Hände diese alte Insel im Pflastermeer passend zum Frühlingswetter geschmückt. Ob es den Blumen dort wohl ergehen wird ist eher fraglich, doch als Zeichen der Hoffnung, dass mit diesem Ort behutsam umgegangen wird, durchaus wegweisend.

Bildergalerie

 

www.agentur-kunstverstand.de

www.oekumenisches-forum-hafencity.de

www.deportationsausstellung.hamburg.de

www.katharinen-hamburg.de