Editorial

Geht es Ihnen auch so? Man blickt aus dem Fenster, wahlweise in den Nebel, Regen oder Schneeregen, Sonnenschein? Was war das nochmal? Und leichter Trübsinn breitet sich aus. Blickt man auf das Weltgeschehen wird es nicht besser: Wohin das Auge blickt breitet sich Blödsinn aus. Der Krieg in Syrien könnte vorbei sein, dann kommt Erdogan und macht das Fass wieder auf, der HSV ein hoffnungsloser Fall, Trump ist auch nicht grad ein Hoffnungsschimmer und in Berlin gibt es immer noch keine Regierung – immerhin etwas, was noch nicht wirklich negativ aufgefallen wäre. Herr, lass Hirn vom Himmel regnen denkt man sich, dann hätte das schlechte Wetter wenigstens einen Sinn. Fast kann man es Facebook und Mark Zuckerberg nicht verdenken, dass er auf dem Portal wieder mehr Hunde- und Katzenvideos in den Vordergrund rücken möchte, die große Realität ist wirklich deprimierend. In der kleinen Realität der HafenCity kommt all das nur gefiltert an, Hamburg geht es gut, die HafenCity wächst und gedeiht – sofern man denn bei einem Stadtteil davon sprechen kann – und es geschehen noch Zeichen und Wunder: Der einst so ungeliebte Stadtteil ist in der Gunst der restlichen Hamburger ziemlich weit nach oben gerutscht und steht unmittelbar hinter den üblichen Kultstadtteilen ganz weit vorne auf der Wunschliste der Traumwohnorte. Wer hätte das gedacht? Und obendrein zeigt sich, dass die HafenCity in der Gunst von Familien ganz weit vorne steht und einen überdurchschnittlichen Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund hat. Klingt so, als wenn auf den letzten Metern – der Endspurt läuft tatsächlich – das ehemalige Freihafengelände mitten in Hamburg angekommen ist. Ein Vorbild für den Rest der Welt sind auch die Spitzenwerte bei den laufenden Gerichtsverfahren – wer jetzt fragt „Wie bitte?“ sieht den positiven zivilisatorischen Aspekt von einer funktionierenden Justiz nicht: Wer sich vor Gericht streitet erschießt niemanden und hält sich an in der Gesellschaft verankerte Regeln – anders, als es in weiten Teilen der Welt gehandhabt wird.

 

Viel Vergnügen beim Lesen!

Ihr Michael Baden