Hamburgs Barkassen-Kapitäne laufen Sturm gegen die geplante Sanierung der mehr als 100 Jahre alten Kaianlagen in der historischen Speicherstadt. Das berichtet das „Hamburg Journal“ im NDR Fernsehen. Nach Plänen, die dem „Hamburg Journal“ vorliegen, soll zur Stabilisierung der Kaianlagen-Fundamente die Sohle der Fleete um bis zu einen Meter mit Sand aufgeschüttet werden. Ziel ist eine Stabilisierung der alten Kaimauern und der darüber liegenden historischen Speicher. Für die Barkassen würde sich dadurch das Zeitfenster zwischen Ebbe und Flut drastisch verkleinern, so dass den Betreibern wegen der geringeren Wassertiefe deutlich weniger Zeit bliebe, mit ihren Gästen durch die Speicherstadt zu fahren.

„Wir sind entsetzt“, sagt Gregor Mogi, Barkassen-Kapitän im Hafen. Die Idee, Sand in die Fleete zu schütten, verbiete sich, so der Kapitän zum „Hamburg Journal“. „Wer garantiert, dass es durch Ebbe und Flut nicht Verspülungen gibt und wir plötzlich auf G


rund laufen?“. Einige Betreiber fürchten sogar, dass durch die Tide Sandbänke entstehen könnten und die Speicherstadt dann insgesamt für die Touristenboote gesperrt werden müsste.

Die Finanzbehörde, die durch den Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen für die Speicherstadt zuständig ist, erklärte gegenüber dem NDR „Hamburg Journal“, dass die Standfestigkeit der Kaimauern und Gebäude gewährleistet werden müsse. Die Anhebung der Fleetsohlentiefe sei nur eine von mehreren Maßnahmen, die zurzeit geprüft würden.

Die Kaimauern der Speicherstadt wurden Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und weisen in einigen Teilen Abnutzung und Schäden auf. Die umfassende Sanierung der Anlagen ist von 2019 an geplant. Seit Juni dieses Jahres laufen Vorbereitungsarbeiten, u. a. an den Kaimauern vor dem alten Speicher D6 und vor dem Zollamt 4.

„Hamburg Journal“: Dienstag, 14. November, um 19.30 Uhr im NDR Fernsehen.