Boris Herrmann und Pierre Casiraghi (v. l.) (Foto MCH Photo)

Boris Herrmann und Pierre Casiraghi (v. l.) (Foto MCH Photo)

Die Internationale Segelmannschaft der IDEC Sport hat den Weltrekordversuch abgebrochen

An Bord des 31,50 Meter langen Trimarans IDEC Sport wollte HafenCity-Bewohner und Hochseeprofi Boris Herrmann (35) in einem zweiten Anlauf den globalen Streckenrekord über mindestens 22.000 Seemeilen und damit mehr als 40.000 Kilometer brechen und schnellster Segler der Welt werden. Die Crew-Mitglieder hatten bei ihrer Reise über die Weltmeere ein Ziel vor Augen: die Jules Verne Trophy. Sechs Tage nach dem Start vor Brest mussten sie sich den Wetterverhältnissen geschlagen geben und die Rückfahrt antreten.

Die Segeljagd rund um die Welt startete am 21. November in Frankreich. Bei der nicht ganz ungefährlichen Reiseroute, bei der die Crew das Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin in Australien und das Kap Hoorn an Backbord passieren muss, sollte die bisherige Rekordzeit von 45 Tagen und knapp 14 Stunden unterboten werden.

Beim ersten Versuch brauchte Herrmann, der als Navigator an Bord war, zwei Tage länger. Die Wetterlage auf dem Südatlantik machte der Crew bei der Rückreise einen Strich durch die Rechnung und so schmiedeten sie schon vor dem letztjährigen Zieleinlauf Pläne für einen erneuten Rekordversuch. Mit der Erfahrung von 2015, als es am 22. November losging, und derselben Mannschaft sollte die Banque Populaire V entthront werden, die 2012 die Messlatte für die Trophy legte.

Die IDEC Sport in Aktion (Foto : Jean-Marie Liot/DPPI)

Die IDEC Sport in Aktion (Foto : Jean-Marie Liot/DPPI)

„Die Enttäuschung ist bei uns allen groß. Eine bittere Pille, aber eine konsequente und einzig richtige Entscheidung“, schreibt Boris Herrmann von Bord. „Wir wussten bei der Abfahrt, dass der Nordatlantik nicht optimal werden würde“, so der 35-Jährige weiter. In einer unerwartet ausgeprägten Flautenzone südlich der Kapverdischen Inseln verlor die IDEC Sport die entscheidende Zeit und auch die Aussichten beim weiteren Routenverlauf machte den Rekord unwahrscheinlich. Nun könnte eine neue Standby-Phase bis zu einem dritten Versuch beginnen.

Der umtriebige Hochseesegler hat vor der Abfahrt sein nächstes Traumziel angepeilt: 2020 will er als erster Deutscher überhaupt bei der Vendée Globe Regatta an den Start gehen. Mit seinem monegassischen Segelfreund Pierre Casiraghi und dem Team Malizia bereitet er sich bereits auf die härteste Einhandregatta der Welt, die entlang des Südpolarmeers einmal um den Globus führt, vor. CF

Informationen über das Rennens unter borisherrmannracing.com

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