HafenCity – Reisetipps 2025 (Grafik: J.Munzinger)

HafenCity – Reisetipps 2025 (Grafik: J.Munzinger)

KOLUMNE

Jörg Munzinger schreibt in seiner Kolumne „#urbnhafencity“ über seine Eindrücke und Beobachtungen in der HafenCity. Seine Leidenschaft sind Immobilien, Architektur und Städtebau. Er wohnt in der HafenCity.

„Man sieht nur, was man weiß“ – das berühmte Goethe-Zitat gilt noch heute, und nicht nur als Werbung für Reiseführer. So lästert der „Spiegel“ (41/2016) über die HafenCity unter dem Titel „Alles außer Leben“ mit Bildern ohne einen einzigen Menschen und grauem Himmel, um dann festzustellen: „Die Gegend wirkt kühl, effizient und globalisiert.“ Das letzte Adjektiv zur HafenCity soll wohl zur Kritik an der Wirtschaftsordnung dienen.

Wer seine Vorurteile zur HafenCity bestätigt finden möchte, hat es langsam schwerer damit. Denn in den letzten Jahren ist die HafenCity nicht nur deutlich grüner und lebendiger geworden, sondern auch die Bandbreite bezahlbarer Wohnungen hat in großem Maße zugenommen. Aber man sieht ja nur, was man will – dann müssen auch mal Fotos ohne Menschen herhalten, wahrscheinlich aufgenommen um 6 Uhr früh.

Warum kommen eigentlich so viele Besucher in die HafenCity, pilgern durch das Quartier, sind interessiert an der Architektur und bevölkern die Plätze, Parks und Restaurants? Sicher nicht, weil sie einem schlechten Reiseführer auf den Leim gegangen sind.

Für mich gibt es einen trendigen Indikator, um die Attraktivität von Stadtteilen zu bewerten – die Dichte von Airbnb-Wohnungen. Bei Städtereisen buche ich selbst sehr gern Wohnungen beim Online-Übernachtungsservice Airbnb. Neben tollen Wohnungen und interessanten Menschen habe ich bisher auch immer spannende Stadtteile kennengelernt. Denn wenn es viele Airbnb-Wohnungen in einem Viertel gibt, scheint es sehr beliebt zu sein.

Wenn man heute bei Airbnb Übernachtungsmöglichkeiten in Hamburg sucht, findet man viele Wohnungen in der HafenCity. Zudem taugt Airbnb auch immer mehr als Reiseführer. Beliebte Viertel in den Metropolen werden unter der Funktion „Nachbarschaften“ von der Airbnb-Community bewertet. Eine Beschreibung für die HafenCity wäre schon heute unstrittig: „Mitten in Hamburg von Wasser umgeben.“ Mit der Zeit und dem Wachsen des Viertels könnten die Bewertungen auch „Cool sein, entlang der Fleete“ oder „Tor zur Welt mit Heimweh-Feeling“ lauten.

Wie auch immer einmal der Charakter der HafenCity beschrieben wird, das Fundament für ein lebendiges Quartier mit großartiger Urbanität ist gelegt: Von den Promenaden am Kaiserkai über die Marco-Polo-Terrassen bis zu den Elbarkaden findet man erstklassige Gastronomie, Italiener mit Kultstatus im Überseeboulevard, Cafés, in denen man für eine Portion Eis Schlange steht, um dann den großartigen Blick über das Wasser schweifen zu lassen und mit den Kreuzfahrtschiffen auf Augenhöhe zu sein. Es gibt kleine Café-Piaggios, die den Eltern am Spielplatz das Warten auf ihre tobenden Kinder versüßen, und Eisautos, die mit ihrem Glockenbimmeln die Menschen aus den Häusern und Büros locken. Leben und Menschen gibt es zu jeder Zeit in der HafenCity und das sind nicht nur Touristen.