Das etwas andere „Arbeitsgerät“: die Reiterstaffel unterwegs in der HafenCity (Foto: TEN)

Das etwas andere „Arbeitsgerät“: die Reiterstaffel unterwegs in der HafenCity (Foto: TEN)

Fahrraddiebstähle nehmen zu und Wohnungseinbrüche nehmen ab – die Kriminalstatistik für die HafenCity ist weitgehend unspektakulär

Das Sicherheitsgefühl des einzelnen hängt stark von seinen persönlichen Erfahrungen ab. Eine besondere Bedrohung für das Sicherheitsempfinden bilden dabei Straftaten, die den Schutz der Privatsphäre durchdringen. Dazu gehören Wohnungseinbruchdiebstähle und Raub-
delikte. Eine Tatsache, die Hamburgs Innensenator Andy Grote sehr bewusst ist.

„Besonders erfreulich sind die starken Rückgänge im Bereich der Diebstahlsdelikte“, bilanzierte der Innensenator bei der Pressekonferenz im Februar, als die Kriminalstatistik 2016 vorgestellt wurde. „Die deutlich gesunkenen Zahlen vor allem bei den Wohnungseinbrüchen, aber auch bei den Taschendiebstählen sind Belege einer sehr erfolgreichen Polizeiarbeit.“ Deutliche Rückgänge im zweistelligen Bereich gab es auch bei den Raubdelikten. Ihre Zahl reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr hamburgweit um 309 Fälle auf 2.447 Taten und erreichte damit einen historischen Tiefstand. Mehr als die Hälfte aller Raubdelikte ereignen sich auf Straßen, Wegen und Plätzen.

Aus dem nun veröffentlichten Stadtteilatlas gehen auch die Kriminalitätszahlen für den Stadtteil HafenCity hervor: Mit 661 erfassten Delikten, von denen 160 aufgeklärt wurden, verzeichnete der Stadtteil, in dem es 2016 mehr Einwohner, Arbeitnehmer und Besucher gab, insgesamt fünf Straftaten weniger als im Jahr davor.

Wurden noch 2015 elf Wohnungseinbrüche gemeldet, waren es im letzten Jahr „nur“ fünf, die aber nicht aufgeklärt werden konnten. Sogar die Anzahl der gemeldeten Ladendiebstähle war um 64 Prozent rückläufig. Von den gemeldeten neun Delikten konnten sechs Täter sofort ermittelt beziehungsweise der Polizei übergeben werden.

Zugenommen haben dagegen die Diebstähle von Fahrrädern und Autos. Mit 65 Fahrraddiebstählen (ein Plus von circa 33 Prozent) und sechs Autodiebstählen (plus 50 Prozent zum Vorjahr) ist die Anzahl dieser Eigentumsdelikte signifikant gestiegen. Als risikoarme Tatorte wurden offenbar auch die Tiefgaragen in der HafenCity von Dieben entdeckt: 45 Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen wurden der Polizei gemeldet. Ein wachsender Trend, der bereits in dem noch jungen neuen Jahr angesichts weiterer Autoaufbrüche in den Tiefgaragen zu befürchten ist, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Mit 69 Taschendiebstählen und 13 Fällen von Gewaltkriminalität, zu der statistisch Mord, Totschlag, Vergewaltigung und schwere Körperverletzung zählen und bei der es sich auch häufig um Beziehungstaten handelt, ist die HafenCity auch in diesen Bereichen im Stadtteilatlas vertreten.

Eine Kleinigkeit am Rande: Mit einer 100-prozentigen Aufklärungsquote wurden vier Konsumentendelikte im Rauschgiftbereich 2016 erfasst. n CF