Die VIPs dürfen fahren, alle anderen zu Fuss gehen
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Namenstag der heiligen Barbara im U4-Tunnel

Um die Schutzheilige der Tunnelbauer zu werden, muss man schon einiges durchstehen. Da wird gefoltert, geprüft und gewittert was das Zeug hält, ein Wunder, dass noch Zeitgenossen übrig geblieben sind, um die Wunder zu überliefern. In der christlichen Mythologie mussten die Heiligen einige Prüfungen über sich ergehen lassen um heiliggesprochen zu werden, um der Feier zum Namenstag der heiligen Barbara beizuwohnen, musste man sich nur in Gummischutzstiefel, Papieroverall und Helm zwängen, und dann den Pastoren in die Unterwelt zur Zeremonie zu Ehren der Schutzheiligen der Tunnelbauer folgen.

Die Patin Inga Unger-Freytag überreicht den Kirschzweig
Die Patin Inga Unger-Freytag überreicht den Kirschzweig
Was sich da am Eingang zum Tunnel am Donnerstag versammelte, ähnelte, um einen mitmachenden Anwesenden zu zitieren, einer Ansammlung von Statisten aus Woody Allens Film "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten". Aber das ist der Preis, den man zahlen muss, wenn man eine der interessantesten Baustellen Hamburgs besuchen möchte und der Preis wird gerne gezahlt.

Immer bereit Frage und Antwort zu stehen
Immer bereit Frage und Antwort zu stehen
Besser hatten es da die Ehrengäste, die Tunnelpatin Inga Unger-Freytag und ihr Mann, Senator Michael Freytag. Zwar auch in Gummistiefeln und Helm, verschonte sie das Protokoll vor weiteren Schutzmaßnahmen. Um den traditionellen Kirschzweig für einen weiteren sicheren und erfolgreichen Tunnelbau zu überreichen ging es hinunter an den Eingang zur Tunnelröhre. Der überreichte Kirschzweig soll dann zu Weihnachten blühen.

Energisch geht es zum Segen
Energisch geht es zum Segen
Den Segen für die Tunnelbauer erteilten Pastorin Antje Heider-Rottwilm, Pastor Frank Engelbrecht und Dompfarrer Georg von Oppenkowski gemeinsam. Zur Freude der versammelten Fotografenschar ging es anschliessend an den Kopf des Tunnels. Das Ehepaar Freytag, sowie die Geistlichen durften mit der Tunnelbahn fahren, das Fussvolk ging, wie es schon der Name sagt, zu Fuss. Immerhin ist der Tunnel schon 900 Meter lang, ein langer Weg zu Fuss. Auf einem schmalen Steg, mit gelegentlich Engpässen, geht es zum Nachläufer der Tunnelbohmaschine. War es zuvor im offenen Schacht der Baustelle kalt und der Schneeregen fiel von oben auf die Objektive der Fotografen, wird es von Meter zu Meter im Tunnel wärmer.

Die versammelte Journalistenschar
Die versammelte Journalistenschar
Günter Elste, der Vorstandsvorsitzende der Hochbahn
Günter Elste, der Vorstandsvorsitzende der Hochbahn
Unter dem Hanseatic Trade Center befände man sich, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Hochbahn, Günter Elste, und ungefähr 40 Meter tief. Ein Drittel der Gesamtstrecke ist bereits zurückgelegt und man habe 4200 Betontübbinge verbaut. Schwierigkeiten hatte man mit nicht vorhergesehenen Schichten im Boden, doch man sei noch gut in der Zeit. Mit dabei: Die neue Anwohnerbeauftragte Maja Brandl von der Hochbahn. Auch sie freute sich dabei zu sein, gab aber zu, das zur Zeit wenig für sie zu tun sei. Nachdem die HafenCity verlassen sei, sei der Boden konsistenter und wenig zu klären.

Eine Information zum Thema HafenCity: Bis zum 9.Dezember sollen die Röhren aus dem Grasbrookhafen verschwunden sein, deren Aufgabe sei getan. Die Plattform, mit der Betoninjektionen den Boden rund um den Tunnel verfestigt haben, hatte dafür gesorgt, das ein vorgesehener Werkzeugwechsel sicher durchgeführt werden konnte. Ein nächster Werkzeugwechsel steht demnächst an, um besser mit dem Hamburger Glimmerton fertig zu werden, der dann bis zum Jungfernstieg die vorherrschende Bodenschicht sei.

Im Tunnel
Im Tunnel
Eine nette Kleinigkeit am Rande: Tunnelpatin Inga Unger-Freytag beschenkte die Bauleute im Tunnel mit selbstgebackenen Plätzchen. Senator Freytag freute sich sichtlich, einmal nicht auf dem heissen Stuhl zum Thema Elbphilharmonie zu sitzen, der Baustelle, die der U4-Tunnel jetzt hinter sich gelassen hat.

Bildergalerie

Webseite der U4