Jürgen Bruns-Berentelg, Falko Droßmann und Tanja Heine
Jürgen Bruns-Berentelg, Falko Droßmann und Tanja Heine

Bekannte Belange, alte Fronten

Die offene Vorstandssitzung des Netzwerks HafenCity im Ökumenischen Forum war geprägt von einer lebendigen Debatte. Dafür sorgten unter anderem die zwei geladenen Gäste Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Geschäftsführer der Hafencity GmbH und Falko Droßmann (SPD), Bezirksamtsleiter Hamburg Mitte.

Erster Tagungsordnungspunkt waren die geplanten Gemeinschaftshäuser, über die seit vielen Jahren im Netzwerk diskutiert wird. Prof. Jürgen Bruns-Berentelg bestätigte, dass „viel Zeit auf dem Weg verloren ging“, aber „sie werden kommen“. Dessen ist sich auch Falko Droßmann sicher: „Genau das brauchen wir“ und er nannte die Horner Freiheit als gelungenes Beispiel für ein Gemeinschaftshaus. Über das Ob waren beide Gäste sich einig, nicht aber über das Wie und das Wann. Der Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH sprach sich dafür aus, das Konzept des Netzwerks in die Ausschreibung mit einzuarbeiten, sodass ein Beteiligungsprozess gewährleistet wird. Eins scheint klar zu sein: es wird lediglich einen Träger für die drei Häuser geben. Diese Vorgehensweise teilten beide.  Bruns-Berentelg rechnet zudem 2018 mit dem Bauantrag.
Der nächste Punkt, öffentliche Flächen, fokussierte die Müllsituation in der Hafencity. Am Kaiserkai beispielsweise gebe es keinen einzigen Mülleimer, merkte ein Gast an. Falko Droßmann sagte, dass das Problem bekannt sei und abgestellt werde. Einen genauen Zeitraum nannte er allerdings nicht. Auch die Verkehrssituation beschäftigte das Netzwerk. Wie kann das Lärmproblem gelöst werden? Kommt die Großmarktbrücke, die den Pendlerverkehr entlasten soll und wird die Buslinie 111 nach Rothenburgsort erweitert? Alles Fragen, die sich an den Bezirksamtsleiter Falko Droßmann richteten. Verkehrsberuhigte Zonen als Lösung für Lärmbelastung stellte dieser in Frage, eine Entscheidung hinsichtlich der Großmarktbrücke erwarte er zum Ende Jahres und ob die Buslinie erweitert wird, werde geprüft, versprach Droßmann. Einen Aufreger gab es dann noch zum Abschluss: Zwei Vertreter von „Die Halle“ thematisierten den geplanten Hallen-Teilabriss im südlichen Teil des Oberhafens, wo ein Fußballplatz entstehen soll. Die Beteiligungsmöglichkeiten und Alternativen würden fehlen und nicht kommuniziert, kritisieren die beiden Vertreter. Prof. Jürgen Bruns-Berentelg dementierte das vehement, was zu einer emotionalen, aber ergebnislosen Diskussion zwischen beiden Parteien führte. Die Sitzung wurde schließlich nach zwei Stunden durch die Vorsitzende des Netzwerks, Tanja Heine, beendet. MP/TEN