titel122016Editorial

Die vierte Woche nach Eröffnung der Plaza der Elbphilharmonie! Welche Erwartungen wurden damit verbunden, welche Hoffnungen! Und jetzt? Staunend steht man vor dem neuen Wahrzeichen und wundert sich. Chaos? Naja, es sind schon viele Autos und Fußgänger unterwegs, sehr viele, aber es funktioniert. Die Mehrzahl kommt zu Fuß von Landungsbrücken und Baumwall, und es ist schon schwierig, über die Straße zu kommen, aber Chaos? Das sieht anders aus. Ja, der Kaiserkai ist jetzt zumindest bei gutem Wetter gerade sonntags so belebt wie die Mönckebergstraße, aber es geht alles gesittet zu und im Rest der HafenCity hat sich gefühlt wenig geändert. Hauptachse ist dabei die Strecke Elbphilharmonie-Baumwall – gut, dass die Brücke verbreitert wurde. Selbst das Parkhaus der Elbphilharmonie zeigt überwiegend Grün an und es besteht begründete Hoffnung, dass selbst zum Beginn des Konzertbetriebes der Verkehr nicht zusammenbrechen wird. Also Entwarnung, alle Befürchtungen umsonst? Mal gucken, noch ist nicht aller Tage Abend und das Wetter war bisher auch nicht das beste Ausflugs- geschweige denn Ferienwetter. Was allerdings die Belebung der restlichen HafenCity angeht, darf man skeptisch sein. Das Ende der HafenCity mit der Elbphilharmonie profitiert sichtbar, volle Gastronomie, volle Fußwege, doch schon auf den Promenaden geht es seltsam zu, was dem schlechten Wetter geschuldet sein mag. Wer Menschenmengen wie beim Hafengeburtstag erwartet haben sollte, liegt falsch. Die Mehrzahl der Menschen kommt über den Baumwall und geht auch wieder dorthin zurück, der Rest kommt vom Großen Grasbrook direkt über die Straße und verschwindet über den Baumwall. Wer hätte das gedacht? Innenstadtgefühl auf dem Dalmannkai, Richtung Überseequartier business as usual – nicht ganz das, was die Hoffnungen erfüllt, die manch ein Gewerbetreibender mit der Eröffnung verbunden hat.