bildschirmfoto-2016-10-30-um-14-19-00Editorial

Es ist schon lustig! Zehn Jahre haben alle darauf gewartet, gefiebert, sich geärgert, dagegen demonstriert – und trotzdem hört man immer noch die gleichen Fragen von den Touristen kurz vor der Eröffnung: Wird sie jemals aufmachen? Hat sie schon auf? Bis hin zu, vor allem bei ausländischen Touristen: Elbphilharmonie what? Where are we here? Dann steht man staunend vor den Menschen und beginnt zu erklären, so als wenn nichts passiert wäre. Aber es passiert, hier und jetzt, in diesem Monat. Hamburgs teuerstes Bauprojekt öffnet die Türen, zunächst nur Hotel, Plaza und Gastronomie, und dann in zwei Monaten auch der Konzertsaal. Erwartet haben alle lange Schlangen vor dem Elbphilharmonie-Infozentrum am Ende des Kaiserkais, doch sonntagsnachmittags langweilen sich noch die freundlichen Damen am Schalter. Ja, zu Stoßzeiten gebe es tatsächlich Schlangen, doch so irgendwie wirken sie, als hätten sie mehr erwartet. Die Karten für die Konzerte sind schon so gut wie ausverkauft, dass man für den Plazabesuch aber ein Ticket benötigt, scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Das mag daran liegen, dass die Mehrzahl der Besucher an der Kaiserhöft zurzeit wirklich auswärtige Touristen sind, von denen es möglicherweise zu viel verlangt ist, den Hamburg-Besuch minutiös vorauszuplanen. Wenn ja, werden die Damen ab dem 5. November bestimmt keine Langeweile mehr haben, dann wird es wirklich eine lange Schlange vor den beiden Ticketautomaten geben, weil alle genau in diesem Moment ein Ticket für den sofortigen Besuch der Plaza haben wollen. Natürlich sind die Tickets für das Eröffnungswochenende bis auf die späten Nachtstunden ausverkauft, in der darauffolgenden Woche besteht aber noch freie Wahl. Doch alle Ungewissheit wird jetzt ein Ende haben, es geht los und wir wünschen den Machern alles Gute und keine Pannen für die Eröffnung und freuen uns auf all das, was jetzt kommt!