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Editorial

Im Dezember ist es üblich, eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch zu wünschen, und das soll an dieser Stelle natürlich auch hiermit geschehen. Für einige Nachbarn am Sandtorkai wird aber auch noch der Dezember Aufräumarbeiten und Ärger mit Versicherungen und Dienstleistern mit sich bringen. Der Sturm Herwart brachte eine Menge Wasser mit sich und zeigte in seinen Konsequenzen anschaulich, wovor ich seit zehn Jahren immer warne. Mit Wasser ist nicht zu spaßen und die HafenCity sollte sich den Respekt vor den Naturgewalten bewahren. Als alter Segler mag mir Sinn für die Gefahr des blanken Hans in den Genen liegen, ich habe seit ich hier wohne keine größere Sturmflut versäumt zu begleiten, bin dafür auch mitten in der Nacht aufgestanden. Der erste Blick war immer der auf die eigenen Flutschutztore, keine Sturmflut, die ihren Namen verdiente, ist bisher ohne Wasserschaden von statten gegangen.

Das ist mir sozusagen ins Blut übergegangen und mein Hab und Gut ist mir zu lieb, als dass ich auf die Zuverlässigkeit der Dienstleister allein vertraue. Das scheint aber nicht bei allen Nachbarn so zu sein. Sieht man sich alleine die Opferzahlen unter den Autos bei der Sturmflut an, so waren es nicht die Touristen, die sich nicht der Gefahr bewusst waren, sondern Anlieger und Anwohner, deren Autos abgesoffen sind, bei denen man eigentlich erwarten sollte, dass bei einer Sturmwarnung abends selbstständig zumindest einmal der Blick auf die Wasserstandsvorhersage geworfen wird. Das gehört in der HafenCity zum kleinen Einmaleins, das ist das Besondere dieses Stadtteils – er liegt eben nicht nur am Wasser, sondern manchmal auch im Wasser. Vielleicht ist die besinnliche Weihnachtszeit ja mal eine gute Gelegenheit, sich über diesen Bereich schlau zu machen, sich mit der Funktion von Flutschutztoren vertraut zu machen und sich zu vergegenwärtigen, wo man besser nicht parkt, wenn der Wind aus Westen weht. In diesem Sinne …