Lieblingsauto in der HafenCity
Lieblingsauto in der HafenCity
Porsche, Porsche!

Wenn man sich in Deutschland in die Nesseln setzen möchte, schreibt man eine Glosse über Autos oder über Haustiere. Heute sind die Autos dran. Ein nicht ganz ernstgemeinter Versuch einer Statistik.

„Oh Lord won’t you buy me a Mercede-Benz, my friends all drives porsches, I must make amends” sang schon Janis Joplin, und da kannte sie die HafenCity noch nicht. Wir sitzen nachmittags mit Freunden bei Kaffee und Kuchen und da ziehen sie unten vorbei: 911, 956, Boxter und Cayenne, die gesamte Modellpalette des Zuffenhausener Sportwagenherstellers ist vertreten. Uns fällt das schon gar nicht mehr auf, unseren Freunden schon. Nun gibt es natürlich auch noch andere Automarken in der HafenCity, der Zufall wollte es aber , dass tatsächlich in der Zeit des Kaffeetrinkens eine zweistellige Anzahl Porsche unter unserem Fenster vorbeifährt.

Auch im Prototyp Lieblingsauto
Auch im Prototyp Lieblingsauto
Vielleicht ist es ja die Nähe des Prototyp-Museums, die zu einer besonderen Affinität der HafenCity-Bewohner und Besucher für diese Automarke führt, oder ein besonderes Bewusstsein für werthaltige Fahrzeuge. Im Abendblatt-Gebrauchtwagenmarkt ist auf jeden Fall die Rubrik Porsche im Automobilanzeigenteil die einzige, bei der es mehr Gesuche als Angebote gibt. Nun existieren ja verschiedene Vorurteile gegenüber Besitzern der diversen Automarken und ein gesundes Vorurteil ist die halbe Wahrheit, behaupten böse Zungen und am schönsten ist ein Vorurteil dann, wenn man sich an ihm reiben kann. Über Porschefahrer sagt man laut einer Studie sie seien sportlich, draufgängerisch, arrogant, männlich und gefühlte 42 Jahre alt.

So kann nichts passieren und es gibt auch keine Parkplatzprobleme
So kann nichts passieren und es gibt auch keine Parkplatzprobleme
Schon der Augenschein zeigt, dass es so etwas wie den durchschnittlichen Porschefahrer am Kaiserkai nicht gibt. Da ist der besorgte Familienvater, der sich über die Geschwindigkeit seiner Mitporschefahrer Sorgen macht, und ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Porschefahrer scheint weiblich zu sein. Auch wenn eine Tempo-30-Zone nicht die ideale Heimat für einen Porsche ist, lernt man schnell – wenn man in einem Porsche sitzt – dass es keine Absicht, sondern eher unvermeidlich ist, dass man es mit der Geschwindigkeit nicht ganz so genau halten kann.

Wie das so mit Vorurteilen ist: Der Kopf im Ofen und die Füße im Eisschrank ergibt im Durchschnitt eine angenehme Temperatur, in der Realität sollte man aber Einzelurteile fällen.

 

Die wilde Seite der HafenCity - Begünstigt den Einsatz von SUVs
Die wilde Seite der HafenCity - Begünstigt den Einsatz von SUVs
Eine fast genauso beliebte Automobilgattung in den Garagen der HafenCity ist das SUV. Auch hier sind die Vorurteile schnell bei der Hand und auch hier wird unter Umständen vorschnell geurteilt. Allein die Baustelle des U4-Notausstieges lässt die Anschaffung eines X3, Touareg, Cayenne,Q7 oder GL schnell verlockend erscheinen, sind doch die Eigner anderer Automobile schwer im Nachteil, was die unfallfreie Passage der Baustelle angeht. Auch das Erklimmen der fast halbmeterhohen Kantsteine gelingt anderen Fahrzeugklassen bei weitem nicht so problemlos wie diesen Giganten. Dafür haben diese Makroautos an anderer Stelle ernsthafte Probleme.

Viel Platz und noch wenig Verkehr - Der Weg zum Prototyp
Viel Platz und noch wenig Verkehr - Der Weg zum Prototyp
Ein Q7 in der Tiefgarage ist wie ein Fisch auf dem Land. Selbst die schon großzügig bemessenen Tiefgaragen in der HafenCity nehmen eine Auto dieser Länge nicht in seiner Gesamtheit auf, und manch ein Outdoorauto dieser Art muß mit Outdoorparkplätzen vorlieb nehmen. Hummer wurden bisher glücklicherweise nicht in der HafenCity gesichtet – Glück für die Mittiefgaragenbenutzer und Glück für die Mitmenschen, bei denen Design nicht unbedingt etwas mit Größe zu tun hat.

Hier wird eine Strasse wieder entfernt
Hier wird eine Strasse wieder entfernt
Eine sehr viel praktischerer und ebenso beliebte Kategorie sind die Kleinwagen, bei denen der Mini, dicht gefolgt vom Smart der ungekrönte König in der HafenCity ist. Wo bei anderen Autos der Parkplatz unter Umständen zu klein ist, passen hier mit ein wenig Fanatasie gleich zwei Wagen auf einen Parkplatz, und auch draussen lassen sich sehr viel einfacher Parkplätze finden.

Apropos Parkplätze: Egal ob groß oder klein, alt oder neu, für alle Draußenparker gibt es schlechte Nachrichten – neben dem vermehrten Abschleppen von Falschparkern. Mit Fertigstellung der Straßen wird der Parkraum bewirtschaftet werden, heißt es ist mit dem Umsonstparken vorbei. Spätestens dann steht vielleicht das Konzept Auto noch mal auf dem Prüfstand…