Gleich fünf Kreuzfahrtschiffe auf einen Schlag - Alltäglich in Venedig
Gleich fünf Kreuzfahrtschiffe auf einen Schlag - Alltäglich in Venedig
Eine persönliche Ansicht

Every day is Cruise day – in Venedig.
Schon beim Anflug auf Venedigs Flughafen Marco Polo sah ich fünf große Kreuzfahrtschiffe, die, aufgereiht wie eine Perlenkette,  am Passagierterminal lagen. So ein Ereignis – fünf Kreuzer auf einmal (!) – wäre sicherlich ein Fest für die Veranstalter der Hamburger Cruise Days gewesen, bei denen man innerhalb von mehreren Tagen auf diese Anzahl an Schiffen kam, und die schiffsfreien Tage mit mehr oder minder interessanten Veranstaltungen überbrücken musste.
Die Kreuzfahrtschiffe fahren in Venedig ein und aus – und das täglich. Sie sind allgegenwärtig; sei es, ob man auf der Giudecca spazieren geht, am Lido-Strand liegt oder mit dem Vaporetto aus dem  Canale Grande kommt.
Im Gegensatz zu Hamburger Zeitungen, die schon im Vorfeld täglich enthusiastisch über die nahenden Cruise Days berichteten, sehen „La Repubblica“ und die Süddeutsche Zeitung die Giganten des Meeres mit anderen Augen: „Stinkende Seemonster“ ist die nicht sehr positive Bezeichnung der Ozeanriesen – aber nicht zu Unrecht. Lt. SZ stellt eine deutsche Studie fest, „dass ein im Hafen liegendes Kreuzfahrtschiff in einer Stunde so viel Feinstaub wie 50.000 Autos, die mit Tempo 130 über die Autobahn fahren, verursacht“.

Hier fahren die Schiff mitten durch die Stadt
Hier fahren die Schiff mitten durch die Stadt
In Venedig kommt, im Gegensatz zu Hamburg , hinzu, dass die Schiffe, die durch den Giudecca-Kanal fahren, nicht nur Hochwasser in der Stadt (mit-) verursachen, sondern auch die Fassaden der Palazzi schneller verwittern lassen.

Verständlich, dass die Kreuzer bei Venedig’s Bürgern nicht willkommen sind – und auch meine Freude bekommt einen gehörigen Dämpfer, wenn mir die Schiffe, hochhausgroß und die Santa Maria della Salute und die umliegenden Häuser wie kleine Spielzeughäuschen erscheinen lässt, entgegenkommen. 

 

Wäre hier nicht ein Appell an die Reedereien und deren Gewissen angebracht? Als Tagesausflug – und die meisten Schiffe liegen maximal eine Nacht in einer Stadt – ist Venedig eh nicht ausreichend zu erkunden und zu geniessen.
Freue ich mich noch am Anblick an den Schiffen, die am Hamburger Kreuzfahrtterminal ankommen?  
Einerseits ja, der Anblick ist nach wie vor beeindruckend, wenn die Schiffe an- und ablegen. Aber der Gedanke, den Feinstaub von 50.000 Autos in unmittelbarer Nähe zu haben, lässt mich an den Tipp der Süddeutschen Zeitung denken: „die Schifffahrtsfreunde (in Hamburg) dürfen stadtnah mit offenem Mund die Kreuzfahrtriesen bestaunen. Sie müssen ja nicht so tief einatmen“…