Eigentlich ein Gegenbeispiel der vertretenen These: Kolonie am Brückengeländer
Eigentlich ein Gegenbeispiel der vertretenen These: Kolonie am Brückengeländer
Waffenstillstand!

Zwei Monate ist der Besuch der Spinnenfrau her, Zeit für ein Zwischenergebnis und Erfahrungsbericht. Anlass ist ein Tipp von Martin Kreuels im Abendblatt, der sich mit den bisher gemachten Erfahrungen deckt: "Am besten läßt man die Spinnen in Ruhe, dann reduzieren sie ihre Anzahl von selbst". Dieses Phänomen kann man tatsächlich beobachten. Kaum hat man eine Fläche sauber, besetzen ein vielfaches an kleinen Spinnen die freigewordenen Flächen.

Ein typischer Wochenendtag in der HafenCity. Von irgendwoher klingt ein Staubsauger, kurze Zeit später ein weiterer. Spinnensaugen ist angesagt. Andere setzen auf Staubwedel, Besen oder als allerletzte Nothilfe tatsächlich auf Gift, doch auf Dauer hat keines dieser Mittel den erwünschten Erfolg. Von Besen und Staubwedel sind die Spinnenweben nur schwer wieder abzubekommen, ein Nachbar schwört, sein Staubsauger "rieche schon Spinne, ein Geruch, den man nicht mehr aus der Nase bekomme". Dort wo man eine Zeitlang erfolgreich gegen die Spinnen gearbeitet hat, muß man sich mit tausenden asylsuchenden stechenden Insekten auseinandersetzen.

Andere für sich arbeiten lassen - Logis für kleine Helfer - ein Spatzenhaus
Andere für sich arbeiten lassen - Logis für kleine Helfer - ein Spatzenhaus
Und trotzdem werden die Spinnen groß. "So groß wie ein Zwei-Euro-Stück und wenn man sie dann mal mit dem Staubsauger erwischt kann man richtig hören wie sie mit kling klong in das Rohr hinein gesaugt wird". Tatsächlich, die Spinnen werden wirklich groß, können weit springen und die größeren, erfahreneren haben einen siebten Sinn (oder ein gutes Gehör) wenn sich der Staubsauger nähert. Kurz nachdem man denkt, man habe sie erwischt, kommen sie wieder hervor und beginnen sofort wieder von vorne. Und, das ist dann die Crux, hat man tatsächlich mal eine Große erwischt, siedeln sich zehn kleine Spinnen an gleicher Stelle an.

 

Spinnen Spinnen Spinnen
Spinnen Spinnen Spinnen
Was ist denn die Konsequenz? Waffenstillstand! Seit nach der letzten Säuberungsaktion drei veritable Brocken statt vor dem Fenster abends auf meinem Schreibtisch saßen und mich vorwurfsvoll ansahen (Ein Kollege bemerkte treffend: "Besser als wenn sie mit der Fernbedienung vorm Fernseher sitzen") gibt es eine Übereinkunft: Nicht in der Wohnung, dafür gibt es nur moderate Reinigungsaktionen an den Fenstern. Und seitdem gibt es wenigstens keine Mücken mehr in der Wohnung und die Spinnen müssen sich nur noch vor den dazulernenden Vögeln und ihrer eigenen Dummheit in Acht nehmen. Hier könnte dann auch der Ansatz für sinnvolle Aufrüstung sein. Brutkästen für Vögel auf den Dachterrassen und an die Fassaden, dann löst sich das Problem von selbst.

Spatzenhäuser beim Nabu