Klaus Kietz (Foto: CF)
Klaus Kietz (Foto: CF)

Deutsch ist eine schwere Sprache – die Flüchtlingshilfe HafenCity zeigt, wie es geht!

Seine drei Kinder und seine sechs Enkelkinder hat er beim Erlernen der deutschen Sprache begleitet: Klaus Kietz (82) weiß, wie es geht. Seit dem ersten Treffen der Flüchtlingshelfer im Kesselhaus ist er als „Deutschlehrer“ Mitglied einer Arbeitsgruppe der Flüchtlingshilfe HafenCity.

Sechs freiwillige Lehrer und Lehrerinnen gestalten regelmäßig den Deutschunterricht in der öffentlichen Wohnunterkunft. Beim Deutsch-Café, das montags und freitags angeboten wird, geht es darum, die deutsche Sprache lesen, sprechen und schreiben zu können. Um möglichst viele „Schüler“ zu erreichen, bietet Kietz zusätzlich Deutschunterricht am Sonnabend an. Rund 50 Schüler und Schülerinnen sind mehr oder weniger regelmäßig dabei.

Wie in den früheren Klippschulen lernen hier verschiedene Jahrgänge gemeinsam. Zielgruppe sind unter anderem Syrer, Afghanen und Iraker, die aufgrund eines nicht fest gesicherten Aufenthaltsstatus keinen Anspruch auf die staatlichen Integrationskurse inklusive des wertvollen Sprachunterrichts haben. Das Alter der Schüler liegt zwischen zehn und 60 Jahren. Auch wenn die Männer dabei in der Überzahl sind, sind fast 40 Prozent der Schüler geflüchtete Frauen.

„Man muss Geduld haben. Es bringt aber auch sehr viel Spaß“, erzählt Kietz, der sich auf die jeweilige Unterrichtsstunde sehr gut vorbereitet und für das notwendige Lehrmaterial Sorge trägt. Mit dem Besuch eines Kurses beim Goethe-Institut hat er sich auf die neue Aufgabe eingestellt. Dabei ist er geübter Nachhilfelehrer. Der Hamburger „Jung“, der zwei Mal ausgebombt wurde und 1946 mit seiner Familie in die Hansestadt zurückkehrte, hat bereits mit 14 Jahren Nachhilfeunterricht gegeben und sich damals ein paar Mark verdient.

Die Motivation seiner Schüler ist vielfältig: in Deutschland bleiben, Arbeit bekommen oder schlicht und einfach die eigenen Kinder verstehen, die in der Schule Deutsch lernen. Klaus Kietz nimmt sich Zeit für seine Schüler und hat dabei einen großartigen Helfer gewonnen. Baraa, der zwölfjährige Syrer, der eigentlich ganz gut Deutsch kann, kommt jeden Sonnabend und unterstützt ihn als Dolmetscher im Unterricht. Die Motivation des kleinen, stets lachenden Baraa ist ganz schlicht: Er hat Spaß!    CF