Christoph de Vries im Innenhof des Hamburger Rathauses (Foto: CF)
Christoph de Vries im Innenhof des Hamburger Rathauses (Foto: CF)

Christoph de Vries (CDU) kandidiert im Wahlkreis Hamburg-Mitte für den Deutschen Bundestag

Mit einer unstrittigen Mehrheit von 95 Prozent nominierte der CDU Kreisverband Mitte den 42jährigen Christoph de Vries als Direktkandidaten für die kommende Bundestagswahl. Nicht ganz so einvernehmlich lief dagegen die Listenaufstellung seiner Partei ab.

Zur Erinnerung: in einer innerparteilichen Kampfabstimmung setzte sich de Vries gegen die derzeitige Bundestagsabgeordnete Herlind Gundelach auf dem aussichtsreichen Platz 3 der CDU-Liste durch. Ein wichtiger Schritt Richtung Bundestag, denn 2013 zogen bei einem hamburgweiten Wahlergebnis von 32,1 Prozent fünf Hamburger CDU-Abgeordnete in das Parlament ein. Der Wahlkreis Mitte dagegen ging auch bei der letzten Wahl an den SPD-Kandidaten. Langjährige politische Erfahrung bringt Christoph de Vries mit. Der studierte Soziologe mit den Nebenfächern Volkswirtschaftslehre, Politische Wissenschaft und Psychologie war zehn Jahre lang Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte und weitere vier Jahre Bürgerschaftsabgeordneter. De Vries, der 1995 in die CDU eintrat, „stritt“ sich schon als Schüler mit seinem Vater am Frühstückstisch, wer zuerst die Politikseiten des Abendblattes lesen dürfe. Er musste nicht erst überredet werden, in die CDU einzutreten. Seine Bewunderung für die Politik des verstorbenen Bundeskanzlers Helmut Kohl war ein wesentliches Motiv. „Die deutsche Einheit und die europäische Integrationspolitik waren zwei große Verdienste Helmut Kohls“ sagt de Vries, der als bürgerlich-wertkonservativer Politiker gilt und sich, wie er sagt, in dieser „Ecke“ auch gut fühlt. Seine Wertüberzeugungen seien dieselben, wie vor zwanzig Jahren und gingen nicht mit dem Mainstream. Und er ist davon überzeugt, „…dass in einer Volkspartei wie die CDU auch verschiedene Flügel berücksichtigt werden müssen.“

Wofür genau ein bürgerlich-wertkonservativer Politiker im Jahre 2017 steht, erläutert de Vries anhand von familien- und zuwanderungspolitischen Themen. „Für mich spielt die klassische Familie eine große Rolle. Vater, Mutter und Kinder in ihren verschiedenen Rollen, mit all ihre Stärken und Schwächen, sind für mich eine tragende Säule der Gesellschaft. Aus diesem Grund habe ich für die Beibehaltung des Ehebegriffs plädiert, zumal die Diskriminierungstatbestände abgebaut waren. Ich bin aber froh, dass das Thema erledigt ist. Wir können uns jetzt um wichtigere Themen wie die Förderung von Familien kümmern.“ Themen wie die Unterstützung von Alleinerziehenden, für die er sehr großen Respekt hat und die seiner Meinung nach noch mehr Unterstützung seitens der Politik brauchen. Konservativ ist er auch in der Zuwanderungsfrage. De Vries hielt die Öffnung der Grenzen und die zweitweise unkontrollierte Zuwanderung für falsch. „Integration ist für mich eine Frage der Zahlen und der Kultur, manchmal auch eine Frage der religiösen Nähe. So etwas, wie im letzten Jahr darf sich nicht wiederholen.“ Ob eine zahlenmäßige Obergrenze das Problem lösen würde? „Es muss ein Maß geben. Ob dies eine fixe Zahl ist oder nicht, ist nicht entscheidend. Klar ist doch, dass unser Land mit einen Zustrom wie Ende 2015 überfordert wäre und sich diese Situation deshalb nicht wiederholen darf . Man muss einerseits der Verantwortung für humanitären Flüchtlingsschutz gerecht werden und andererseits die Interessen des eigenen Landes und seiner Bürger wahren.“

Die Politik der Bundeskanzlerin „…die Gespräche auch mit den Herkunftsländern führt…“ ist für ihn ein Teil der Lösung. „Wir sind kein klassisches Einwanderungsland. Aber mit Sicherheit sind wir ein Zuwanderungsland“. De Vries begrüßt die geplante Gesetzesinitiative für die Zuwanderung von Fachkräften in den Arbeitsmarkt. Überhaupt ist der Arbeitsmarkt ein zentrales Wahlkampfthema. Die CDU will Arbeitsplätze für alle schaffen und den Menschen etwas zurückgeben. Und de Vries gibt nachdenklich zu, dass er sich in seiner Einschätzung des Themas Mindestlohn geirrt hat. Seine anfänglichen Befürchtungen seien nicht eingetreten. „Dem Land geht es so gut wie nie zuvor. Das ist ein hoher Wert an sich und sichert uns Wohlstand und Frieden. Die Menschen kennen uns und unsere Politik. Die SPD dagegen will alles zurückdrehen.“ Die vom Finanzminister in den Raum gestellten 15 Milliarden Steuerüberschüsse sollen, wenn es nach dem Kandidaten aus Hamburg-Mitte geht, in moderne Techniken, erneuerbare Energien und in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden. Ebenfalls sollen damit Staatsschulden getilgt werden und diejenigen, die die Mehreinnahmen erwirtschaftet haben, sollen über den Abbau des Solidaritätszuschlags und weitere Steuersenkungen beteiligt werden. „Das gilt vor allem für Berufstätige mit kleinen und mittleren Einkommen“ ergänzt de Vries. Der dreifache Familienvater Christoph de Vries, der seine Themen im kommenden Bundestag nach Möglichkeit im Innen- und im Wirtschaftsausschuss vertreten will, wird sich auch weiterhin in „…der Zukunftsfrage Europa“ engagieren und als Kuratoriumsmitglied der Yagmur Gedächtnisstiftung sich wie bisher für den Kinderschutz einsetzen. n        CF