Dr. Arno Bäcker – der „Neu-Hamburger“ erkundet derzeit die Stadt (Fotos: TH)
Dr. Arno Bäcker – der „Neu-Hamburger“ erkundet derzeit die Stadt (Fotos: TH)

Wechsel im Jubiläumsjahr – Dr. Arno Bäcker ist der neue Präsident der Bundesbank im Norden

Das Geschäftsgebiet ist groß. Arno Bäcker (55) leitet eine der neun Hauptverwaltungen der Bundesbank. Seit 1. Januar repräsentiert er die Deutsche Notenbank in den Bundesländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (HMS). Sehr zentral liegt sein Hamburger Büro an der Willy-Brandt-Straße unweit der HafenCity. Und ganz in der Nähe möchte Bäcker auch gerne wohnen. Der passionierte Fahrradfahrer hofft, dass er mit dem Rad ins Büro fahren kann und schaut sich gerade in der HafenCity nach einem neuen Familiendomizil um.

Zu den Aufgaben seiner Hauptverwaltung gehört neben der Aufsicht der meisten Kreditinstitute und Finanzdienstleister in der Region auch die Information der Öffentlichkeit über Themen wie Geld, Geldpolitik und Finanzmärkte.

Und Arno Bäcker, der zuletzt Leiter des Europa-Sekretariats in der Zentrale in Frankfurt gewesen ist, hatte bereits Gelegenheit im Rahmen des Formats „Forum Bundesbank“, zu dem die Bank regelmäßig einlädt, in Hamburg und Kiel über außerordentliche Geldpolitik zu referieren. „Das Interesse war in beiden Städten groß und die Teilnehmer haben angeregt diskutiert“, erzählt Bäcker, der weiß, dass „die Menschen viele Fragen haben und sich Gedanken zu den Themen machen“.

„Für die Lösung der Probleme, die durch die Finanz- und Staatsschuldenkrise entstanden sind, gab es nie eine Blaupause. Die Europäische Zentralbank muss die Situation laufend neu bewerten und entsprechende Maßnahmen zur Stabilität des Euros ergreifen“, so Bäcker und er betont, dass der EZB-Rat, dem Jens Weidmann als Präsident der Deutschen Bundesbank angehört, die Notwendigkeit zum Ankauf von Staatsanleihen regelmäßig überprüft.

„Als nächstes steht die Einführung der neuen 50-Euro-Banknote an, die ab 4. April in Umlauf gebracht wird“, verrät der Neu-Hamburger. In Sachen Bargeld unterscheiden sich die Deutschen von anderen Europäern. „In Deutschland werden knapp 80 Prozent aller Bezahlvorgänge mit Bargeld getätigt, da spielt die Versorgung mit Banknoten und Münzen, die wir sicherstellen, eine wesentliche Rolle.“ In diesem Jahr blicken die deutschen Stabilitätswächter nicht nur nach vorne. Im Juli 1957 unterschrieb der damalige Bundespräsident Theodor Heuss das Gesetz zur Gründung der Bundesbank. Das 60-jährige Jubiläum „gibt uns auch einen Grund zurückzuschauen“, sagt Bäcker. Zu den besonderen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr wird ein Empfang im Hamburger Rathaus mit dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz und Bundesbankpräsident Jens Weidmann als Festredner gehören. Die Stadt mit den internationalen Handelsbeziehungen, in der 35 Banken ihren Hauptsitz haben, ist schließlich ein wichtiger Teil des gesamten Wirtschaftslebens in Deutschland.

Beim Blick in die Zukunft schaut die Bundesbank auch auf die nachfolgenden Generationen. Und so stehen auch im 60. Jahr nach der Gründung der Deutschen Notenbank Informationsveranstaltungen für Schüler, Lehrer und Studenten ganz zentral auf dem Veranstaltungskalender. n        CF

 

Weitere Informationen unter

www.bundesbank.de