c-joachim-kaiser_p1010656-bAuf einer Werft nahe New York wird die Viermastbark PEKING fit gemacht für die Verladung ins Dockschiff. Schöner ist der 1911 in Hamburg erbaute Windjammer dadurch nicht geworden: Alle Rahen und Stengen mussten runter für den geplanten Seetransport, nur die vier Untermasten bleiben stehen. Der Abschied aus New York rückt näher: Voraussichtlich im 2. Quartal 2017 wird die PEKING in ein Dockschiff der Bremer Reederei Combi-Lift eingeschwommen und huckepack zurück nach Deutschland gebracht. Welche deutsche Werft das Rennen macht, ist noch ungewiss.

Anfang September hatte die PEKING ihren angestammten Liegeplatz in Manhattan endgültig verlassen, drei Schlepper bugsierten sie vorsichtig zu einer Werft auf Staten Island. Deren Arbeiter begannen wenig später damit, alle Toppstengen und Rahen der Viermastbark herunter zu nehmen, eine Grundbedingung für den vorgesehenen Übersee-Transport im Dockschiff. Der größte Teil der Rahen und Stengen wurde gleich verschrottet – bei der 1975 hergestellten Nachbildung des schon 1932 abhanden gekommenen Riggs hatte man auf Laternenmasten zurück gegriffen, die zwischenzeitlich bereits durchgerostet waren. In den Laderäumen des Frachtseglers sah es wüst aus, auch hier musste mit Werfthilfe erstmal „Klar Schiff“ gemacht werden.

Die Stiftung Hamburg Maritim war inzwischen nicht untätig und hat bereits eine erste Ausschreibung auf den Weg gebracht: Es ging darum, unter den diversen Anbietern den günstigsten Dockschifftransporteur herauszufinden. Weil Rücktransport und Restaurierung der PEKING aus Bundesmitteln bezahlt werden, müssen alle Großaufträge öffentlich und europaweit ausgeschrieben werden, ein kompliziertes und zeitaufwändiges Verfahren. Bestbieter war die Bremer Reederei Combi-Lift, die eine ganze Flotte eigener Dockschiffe betreibt und große Erfahrungen mit dem Transport empfindlicher Projektladungen hat. Im Interesse einer günstigen Preisgestaltung hat die Stiftung Hamburg Maritim der Reederei ein größeres Zeitfenster für die Durchführung des Transport eingeräumt, so dass es momentan nur eine ungefähre Ansage gibt: Ankunft der PEKING in Deutschland gegen Ende des 2. Quartals.

Eine wichtige Frage muss aber geklärt sein, bevor die Heimreise wirklich losgehen kann: Ablieferung auf welcher Werft, bitte sehr? An der Beantwortung wird mit Hochdruck gearbeitet. Die Stiftung hat einen Consultant beauftragt, der zusammen mit einem Ingenieurbüro ein detailliertes Leistungsverzeichnis aufstellt, das demnächst an die teilnehmenden Werften verschickt werden soll. Dieser Consultant wurde ebenfalls über eine öffentliche Ausschreibung ermittelt. Detlev Löll heißt der glückliche Gewinner und ist in der Altschiff-Szene kein Unbekannter: Er hat schon diverse klassische Yachten und Rahsegler neu gebaut und refittet, zuletzt die RICKMER RICKMERS. Auch an der denkmalgerechten Restaurierung der BLEICHEN hat Löll maßgeblich mitgewirkt. Für den großen PEKING-Restaurierungsauftrag tritt er mit seinem Peenemünder Ingenieurbüro in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Konstruktionsbüro Technolog GmbH an.

Nach erfolgter Restaurierung soll die PEKING zum zentralen Schauobjekt des „Deutschen Hafenmuseums“ werden. Dessen Neugründung und die Restaurierung der Viermastbark werden ermöglicht durch eine vom Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte Zuwendung in der Gesamthöhe von 120 Millionen Euro. Federführend bei der Beantragung waren die Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU).