BU: Nicht jede wollte ins Bild: Gruppenbild mit Damen (Foto: CF)


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Rothenburgsorter Frauen treffen sich wöchentlich zum Frühstück

Gemeinsam schmeckt es besser. Seit fast fünf Jahren treffen sich Frauen aus dem Stadtteil in der RothenBurg. Sie reden, tauschen Probleme aus und frühstücken gemeinsam. Jede Frau ist willkommen, langwierige An- und Abmeldungen sind unnötig.

Für zwei Stunden ist der Raum ihr Zuhause. „Fast wie in der Heimat“, sagt eine türkische Teilnehmerin. Sie leben seit Jahrzehnten im Stadtteil, kennen sich aus der Nachbarschaft. Dabei sind auch deutsche Frauen, allerdings überwiegt die türkische Sprache in den quirligen Gesprächen. „Das Format wird gut angenommen“, sagt Helga Frank-Wolgast, zweite Vorsitzende des Trägervereins Stadtteilräume Rothenburgsort e.V., und freut sich, dass die Fortsetzung des Frauenfrühstücks auch nach der Schließung des Treffs gesichert ist. Sie haben eine Zusage für das Haus der Jugend, sobald dieses fertig ist. Bis dahin suchen sie noch eine Zwischenlösung.

Groß ist der Wunsch einiger Teilnehmerinnen nach weiteren individuellen Angeboten im Stadtteil. „Ich würde gern einen Computerkurs besuchen“, wünscht sich die eine, die andere würde gern Deutsch lernen und die dritte wiederum würde sich über einen Alphabetisierungskurs freuen. Gemeinsam nähen, basteln oder Sport treiben würden sie auch, wenn es denn jemand organisiert, denn „allein habe ich keine Lust“. Tatsächlich gibt es für ausländische Frauen, die schon länger in Deutschland leben, keine ausreichenden Angebote. „Für die Teilnehmerinnen müssen die Angebote niedrigschwellig sein und zum Tagesablauf der Frauen passen“, fasst Frank-Wolgast zusammen.

Das konventionelle Familienleben vieler türkischer Frauen, wonach die Familie den Tag möglichst gemeinsam verbringt, verhindert so manche Aktivität am Nachmittag, am Abend oder an den Wochenenden. Viele interkulturelle Angebote werden deswegen auch nicht angenommen. „Einige Frauen bleiben lieber zu Hause“, wissen die Nachbarinnen. „Wer aber was lernen und Kontakte knüpfen will, sollte die Möglichkeit dazu auch bekommen“, fordern sie.

Und da bietet das Frauenfrühstück das richtige Format. Ein geschützter Raum, der in der Zeit nur Frauen zur Verfügung steht, und Halide Kanar, die liebevoll das leckere Frühstück organisiert. Die gelernte Bürokauffrau mit drei schulpflichtigen Kindern organisiert das wöchentliche Treffen, das hoffentlich noch lange stattfinden kann. n       CF