Die Willy-Brandt-Straße

Die Willy-Brandt-Straße

Konzept zur Gegenfinanzierung eines Tunnels unter der Willy-Brandt-Straße vorgelegt

Die Handelskammer hat einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung einer Untertunnelung der Willy-Brandt-Straße zwischen Deichtorplatz im Osten und Rödingsmarkt im Westen gemacht. Die Baukosten könnten durch neu entstehende Grundstücksflächen finanziert werden. „Durch den Bau des neuen Tunnels einschließlich zusätzlicher Bebauungspotenziale auf städtischen Grundstücken entlang der Willy-Brandt-Straße könnten bis zu 25.300 Quadratmeter neue Bauflächen für Bürobauten und gegebenenfalls auch für neue Wohnungen geschaffen werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz bei der Vorstellung des neuen Standpunktepapiers „Wirtschaftsstandort Innenstadt“.

Hans-Christian Friedmann, Vorsitzender des Ausschusses für Handel der Handelskammer und geschäftsführender Gesellschafter der LADIGES GmbH & Co. KG, nannte vier weitere Leitprojekte für eine „vielfältige und urbane Innenstadt mit pulsierendem Leben – für Menschen wie für Unternehmen“:
• Die City soll Vorreiter der Digitalisierung werden, das heißt sie braucht eine ausreichend dimensionierte Breitbandinfrastruktur, ein frei zugängliches W-Lan in allen stark frequentierten Geschäftsstraßen und eine Online-Plattform „City Hamburg“.
• Der Hauptbahnhof soll zu einem ansprechenden Entrée für die Innenstadt entwickelt werden. Konkret schlägt die Kammer einen breiteren Südsteg und eine Außengastronomie am Glockengießerwall vor.
• Ein feinmaschiges Wegenetz für Fußgänger soll – besonders im Kontorhausviertel – geschaffen werden, um Hamburger und Besucher zum Flanieren und Shoppen auch abseits der Hauptachsen einzuladen.
• Mit einer „Innenstadt-Allianz 2021“ soll der organisatorische Rahmen geschaffen werden, um die Leitprojekte und die vorgeschlagenen Maßnahmen zu planen und zeitnah zu realisieren. Hierzu möchte die Handelskammer einen Perspektivkreis Innenstadt gründen, in dem öffentliche und private Akteure zusammenarbeiten.

Und das Gegenstück - die Ludwig-Erhard-Straße

Und das Gegenstück – die Ludwig-Erhard-Straße

Das Konzept für die Untertunnelung der Willy-Brandt-Straße sieht im Detail vor, vier der heute sechs durchgehenden Fahrspuren in einen Tunnel zu verlegen und zwei Fahrspuren als oberirdische Erschließungsstraße auf der Tunneldecke zu schaffen. Damit würde die „städtebauliche Barriere“ durch die Willy-Brandt-Straße bei Erhalt der Leistungsfähigkeit des Ost-West-Straßenzuges abgebaut und die Einkaufs-, Freizeit- und Kulturangebote der HafenCity mit der Hamburger Einkaufscity verknüpft werden, so Schmidt-Trenz.

Die Kammer schlägt darüber hinaus vor, zwei unterirdische ampelgesteuerte Kreuzungen im Bereich der Straße Dovenfleet und des Deichtorplatzes zu bauen. Auf dem Tunnel würden neben der Erschließungsstraße „attraktiv gestaltete öffentliche Räume“ angelegt und bis zu 180 Meter lange Gebäude errichtet werden. Die Handelskammer geht davon aus, dass die Bauarbeiten grundsätzlich „unter Verkehr“ erfolgen könnten.

Nach eigenen überschlägigen Berechnungen hätten die so entstandenen Grundstücke einen Wert von etwa 416 Millionen Euro. Überdies seien bei benachbarten städtischen Grundstücken Wertsteigerungen zu erwarten. Dem stünden Baukosten von etwa 492 Millionen Euro gegenüber, wenn man die Maßstäbe bei der Untertunnelung der Landshuter Allee in München anlege. „Die Untertunnelung wäre unter Einbeziehung anliegender städtischer Grundstücke also fast vollständig refinanzierbar“, so der Handelskammer-Hauptgeschäftsführer weiter. Er forderte den Senat auf, auf Basis der Überlegungen der Kammer eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, um diese „einmalige städtebauliche Chance“ ernsthaft zu prüfen.