Die Auslage eines Bebauungsplanes ist eine unspektakuläre Aktion (Foto: CF)

Die Auslage eines Bebauungsplanes ist eine unspektakuläre Aktion (Foto: CF)

Die Planungsphase nähert sich dem Ende – der Ruf nach Verbindungen wird lauter

 

Sehr unspektakulär gestaltete sich die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans HafenCity 15. Über 30 Gutachten, Erhebungen, Bewertungen und behördliche Stellungnahmen konnten bis zum 30. September von Interessierten eingesehen, weitere Stellungnahmen von Betroffenen in dieser Zeit abgegeben werden.

Bis Ende November rechnet die HafenCity Hamburg GmbH mit der Feststellung des Bebauungsplans. Mit der sogenannten Vorweggenehmigungsreife kann die Eigentumsübertragung an den Investor Unibail-Rodamco erfolgen: der Startschuss für Hamburgs Einkaufsquartier an der Elbe mit einem geplanten Investitionsvolumen von fast 900 Millionen Euro.

Mit rund 190 Geschäften auf einer Einzelhandelsfläche von 68.000 Quadratmetern, die von Gastronomie und einem Kino flankiert wird, entsteht eine Shoppingmeile ohne einladende städtebauliche Verbindungen zur Kern-City. Und so fordert die Handelskammer in ihrem Eckpunktepapier für die erfolgreiche Entwicklung des Überseequartiers als Baustein der Hamburger Innenstadt von der Stadt unter anderem die wichtigsten fußläufigen Verbindungen mit attraktiven, publikumsbezogenen Nutzungen zu gestalten. Auch Hamburg-Marketing soll beauftragt werden, die Shopping-Metropole in ihrer Gesamtheit als Einkaufsstandort überregional und international zu vermarkten. Und nicht zuletzt sollen städtische Investitionen im Zusammenspiel mit der Wirtschaft die Kern-City stärken.

Der Ruf nach Verbindungen wird lauter. Gefordert sind dabei kooperative und intelligente Konzepte, die eine Zusammenarbeit von Stadtplanern, Grundstückseigentümern, Einzelhändlern und politischen Entscheidern erforderlich machen. Gebraucht werden jetzt tragfähige und abgestimmte Ideen und keine täglich neuen Vorschläge, die wie eine zu kurze Bettdecke nur punktuell Probleme lösen sollen und an anderen Stellen neue Planungsunsicherheiten erzeugen. Und man muss sich von der Idee verabschieden, dass eine U-Bahn, die unterirdisch in nur vier Minuten vom Überseequartier bis zum Jungfernstieg fährt, das Verbindungsproblem löst. Denn diese U-Bahn mit ihren Umsteigemöglichkeiten an der Station Elbbrücken wird es ermöglichen, dass viele Menschen, ohne in der City Halt zu machen, direkt das neue Einkaufsquartier ansteuern.

Wenn am Ende die Stadt Hamburg als Ganzes gewinnen soll, müssen aber auch die Verbraucher mitmachen. Einkaufserlebnisse und lebendige Innenstädte einfordern und gleichzeitig immer öfter im Internet einkaufen, wird auf Dauer nicht funktionieren.   CF

 

 

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