Bereits vor 10 Jahren bewegte ein Pausenhof auf dem Dach die Gemüter – die Katharinenschule in der HafenCity
Bereits vor 10 Jahren bewegte ein Pausenhof auf dem Dach die Gemüter – die Katharinenschule in der HafenCity

Die Diskussion um die Grundstücksgröße für den Neubau des Schulcampus HafenCity geht weiter

Wieviel Pausenfläche steht einem Schüler zu? Warum werden die Eltern nicht in die aktuellen Gespräche zur Planung des Schulcampus einbezogen? Welche Prioritäten setzt die Stadt, wenn es um den Neubau von Schulen und von Wohnungen geht? Auf Einladung des Netzwerkes HafenCity kamen dreiundzwanzig Elternteile zusammen und informierten sich über den Stand der Planungen zum Schulcampus, dabei auch Bewohner aus Rothenburgsort. 

Zur Erinnerung: Während Eltern- und Quartiersvertreter noch in der sogenannten Phase Null in die Gespräche eingebunden waren und um ihre Einschätzung und um Anregungen gebeten wurden, erfuhren sie erst zu einem späteren Zeitpunkt, dass auf dem Grundstück neben dem Schulneubau, auch Wohnungsbau geplant sei. Neben einer ebenerdigen Pausenfläche von 2.300 QM soll nach den aktuellen Planungen der Hauptschulhof für bis zu 1.500 Schüler an der weiterführenden Schule auf der Dachfläche des Schulgebäudes entstehen (die HCZ berichtete im Juni). Seit dieser Entscheidung fühlen sich die Eltern von Informationen „abgehängt“. Hiergegen formiert sich nun Widerstand im Stadtteil. Vertreter der Initiative Schulcampus, zu der auch das Netzwerk HafenCity und Mitglieder des Elternrates der Katharinenschule gehören, konnten nach zwei Briefen jetzt bei einem Gespräch mit dem Amtsleiter der Schulbehörde Hannes Alpheis und Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack ihre Bedenken gegen die derzeitige Planungen vorbringen.

Pastor Frank Engelbrecht und Netzwerkmitglied Jochen Blauel informieren die Eltern (v.l.) (Foto:CF)
Pastor Frank Engelbrecht und Netzwerkmitglied Jochen Blauel informieren die Eltern (v.l.) (Foto:CF)

Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und HCH-Geschäftsführer Prof. Jürgen Bruns-Berentelg gewährten der Initiative keinen Termin. Die Initiative hat sich daraufhin in einem offenen Brief an die Fraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft gewandt und die Abgeordneten zu einem Treffen am 3. September in die HafenCity eingeladen. Dabei erklären sie ausdrücklich, dass sie nicht gegen den Bau von Wohnungen auf dem Grundstück seien. Sie fordern aber, dass die Schule das „bestimmende Element“ bleibt und ausreichend ebenerdige Pausenflächen ermöglicht werden. Durch die derzeitigen Planungen sehen die Absender des Briefes auch die Vernetzung zwischen Schule und Stadtteil sowie potenzielle Erweiterungsflächen bei ständig steigenden Schülerzahlen gefährdet. Auf besonderes Unverständnis stößt bei den aktiven Eltern, dass sie nicht mehr in die Planungen eingebunden werden und die Ergebnisse des Städtebaulichen Gutachterverfahrens nicht im Hamburgischen Transparenzportal eingestellt werden. Dass „Fakten“ geschaffen werden und „Beteiligung“ unerwünscht ist, verärgert die Eltern nachhaltig, und dass die HafenCity Hamburg GmbH im Flächenentwicklungsplan vom Juni 2018 schon Umrisse, die an den Siegerentwurf – wie die HCZ erfuhr – erinnern, eingezeichnet hat und die Fläche in 77 a und b mit Hinweis auf eventuellem Wohnungsbau geteilt hat, stärkt derzeit das Vertrauen der Eltern in kommende Gespräche nicht.  n  CF