Die Initiative Schulcampus lud an den Lohsepark ein – die Bürgerschaftsfraktionen sagten zu

5-Punkte-Plan oder Realpolitik war die Frage des Abends. Gemeinsam mit dem Netzwerk HafenCity lud die Initiative Schulcampus Lohsepark alle Bürgerschaftsfraktionen ein. Ziel der Gastgeber, die sich mit ihren Anliegen bei den zuständigen Stellen „ungehört“ fühlen war es, mit den Politikern ihre Anforderungen an eine gute weiterführende Schule zu diskutieren.

 

Um es vorweg zu nehmen: der Initiative geht es nach eigenen Angaben nicht um die Verhinderung von Wohnungen  in der Nähe der Schule, schließlich sind an diesem Abend überwiegend Bewohner des Stadtteils oder welche, die es in Kürze sein werden, zahlreich erschienen. Sie setzen sich aber dafür ein, dass die Schüler – bis zu 1.500 werden es an der 7-zügigen Schule sein – einen ebenerdigen Schulpausenhof bekommen und auf dem Baufeld 77 die Schule das prägende Element bleibt (die HCZ berichtete). Sie schlagen auch vor, über Wohnen auf der Fläche erst zu einem späteren Zeitpunkt zu sprechen, wenn dann feststehe, dass keine weiteren Flächen für die Schule erforderlich seien. Die Eltern beklagten sich aber auch über die aus ihrer Sicht intransparenten Planungen und fürchten, dass „…bereits Entscheidungen getroffen werden,  bevor wir die Gelegenheit bekommen unsere Anliegen im Planungsprozess einzubringen“, so Marianne Wellershoff, Mitbegründerin der Initiative an diesem Abend. Carola Veit, Bürgerschaftspräsidentin und SPD-Abgeordnete entgegnet den Befürchtungen und stellt klar: „…es besteht noch Spielraum. Noch stehen keine Bagger vor der Tür“, sagt Veit, die als „Freundin“ klarer Worte deutlich machte, dass auch der Wohnungsbau hohe Priorität habe und plädierte dafür, sich über realistische Pläne auszutauschen. Eine Meinung, der sich alle Politiker mit Ausnahme des AFD-Vertreters Detlef Ehlebracht anschlossen, der sich fragte, ob wirklich jede Fläche  bebaut werden müsse. Die LINKE vertreten durch  Sabine Boeddinghaus, die sich ebenfalls für den Bau von Wohnungen einsetzt, empfiehlt die bestehende Konkurrenzsituation durch gemeinsame Überlegungen mit den Planern zu lösen, denn „…wie könnte ich in anderen Stadtteilen erklären, dass wir uns in der HafenCity für den Erhalt einer Freifläche eingesetzt haben“. Der Stadtentwicklungsexperte der CDU Jörg Hamann setzt sich ebenfalls für die Beteiligung an realistischen Planungen ein, auch wenn er das Grundstück wegen seiner Nähe zur Bahntrasse für problematisch hält. Stefanie von Berg von den Grünen  wird sich parlamentarisch für eine weitere sogenannte Phase Null einsetzen, um damit den Elternvertretern die Gelegenheit zu geben, ihre Anliegen an geeigneter Stelle einzubringen und erhält darin die Unterstützung von Veit. Insgesamt wurden an diesem Abend  sachlich und engagiert Argumente und Sachzwänge diskutiert, die sich in der politischen Debatte wiederfinden werden. Schade, dass selbst in einem solchen Umfeld ein Teilnehmer von persönlichen Angriffen auf die Bürgerschaftspräsidentin nicht absehen konnte. Sehr geehrter Nachbar: die HafenCity kann zu Recht stolz auf die hiesige Diskussionskultur sein. Dazu gehören keine persönliche Angriffe gegen Politiker, die andere Standpunkte vertreten. CF 

 

BU: Eltern diskutieren mit Politiker am Lohsepark (Foto: Sebastian Vollmert)