Editorial

Am Anfang eines neuen Jahres startet man ja häufig mit guten Vorsätzen – Studien sagen sogar, dass diese Tradition das psychische Wohlbefinden fördert. In Zeiten heran nahender Katastrophen wie dem Klimawandel und verschmutzter Meere, kommen einem dabei Vorsätze, wie sich gesund zu ernähren oder mit dem Rauchen aufzuhören, ziemlich banal vor. Doch was kann man als Otto Normalverbraucher schon tun, wenn es nicht mal die internationale Weltpolitik schafft – wie kürzlich bei der Klimakonferenz zu sehen – sich irgendwelche Ziele zu setzen? Man kann es, denn der Wandel fängt im Kleinen an: Nehmen wir zum Beispiel das Thema Verpackungen. Es ist unglaublich, wie schnell sich der Mülleimer mit irgendwelchem Plastik füllt. Der Salat-To-Go von der Mittagspause, die Umverpackungen der Weihnachtsgeschenke, der Einkauf vom Supermarkt – überall Massen von Einwegverpackungen. Im Supermarkt ist es teilweise schon absurd blödsinnig, was alles in Plastik verpackt wird. Die Biogurke kommt in Plastik, die normale nicht, und natürlich sind – wenn denn überhaupt vorhanden – die Papiertüten gerade aus und es werden wieder Plastikbeutel angeboten. Oder der Metzger – wie jetzt in der HafenCity passiert – wird aus ökonomischen Gründen wegrationalisiert und durch Premiumfleisch in der Plastikverpackung ersetzt. Welch ein Blödsinn, in einer Plastikverpackung ist nichts Premium.

Zurück zu den guten Vorsätzen: Meiner für das neue Jahr ist einfach, ich werde unsinnige Verpackungen boykottieren. Lieber Verzicht als Verschmutzung. Keine Papiertüten in der Obst- und Gemüseabteilung? Zwei Möglichkeiten: Nicht kaufen oder lose im mitgebrachten Korb. Der folgende Stau an der Kasse beim Abwiegen hat vielleicht erzieherische Wirkung auf die Betreiber. Keine Metzger? Pech gehabt, wir leben in der Innenstadt mit zahlreichen Alternativen. Mittagstisch in der Plastikverpackung? No way, es gibt inzwischen verträgliche Alternativen bis hin zur mitgebrachten eigenen Dose. Wenn wir unseren Planeten nicht gegen die Wand fahren wollen, müssen wir schlicht jetzt anfangen konsequent zu sein – unsere Kinder werden es uns danken.

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