Sauerstoffkonzentration in Hamburger Gewässern kritisch für Fische

Hamburgs Gewässer weisen derzeit sehr niedrige Sauerstoffwerte auf. So liegen die Konzentrationen im Hamburger Abschnitt der Elbe aktuell teilweise deutlich unterhalb der für Fische als kritisch eingestuften Schwelle von 4,0 Milligramm (mg) Sauerstoff pro Liter.

 

An der Messstation Bunthaus in der Tideelbe wurde eine Konzentration von 2,8 mg Sauerstoff pro Liter Wasser ermittelt. An der Messstelle Seemannshöft ist der Wert auf unter 1,7 mg pro Liter gesunken. An der Messstation Blankenese lag der Wert mit 1,5 mg auf kaum höheren Niveau. Da die niedrigsten Werte bei Seemannshöft und Blankenese bei ablaufendem Wasser gemessen werden, ist davon auszugehen, dass sich das „Sauerstoffloch“ jetzt zwischen Bunthaus und Seemannshöft befindet.

Auch in den kleineren Gewässerläufen, Teichen oder Rückhaltebecken sind die Sauerstoffwerte durch niedrige Wasserstände und hohe Temperaturen in den fischkritischen Bereich gesunken. Da die Wetterlage in den nächsten Tagen weiterhin hohe Temperaturen und möglicherweise auch Starkregengefahren birgt (Sedimenteintrag), wird sich die Situation weiter verschärfen und muss mit einem sichtbaren Fischsterben gerechnet werden. Hamburgs Einflussmöglichkeit auf die Verbesserung der Situation ist minimal. Aufgrund des enormen Wasservolumens der Elbe würde zum Beispiel eine externe Sauerstoffanreicherung substanziell keine Abhilfe schaffen.

Von kritischen Sauerstoffwerten sind vor allem wandernde Fischarten mit einem hohen Sauerstoffbedarf wie Meerforelle und Lachs sowie Neunaugen betroffen.

 

Was ist zu tun?

Bei einem Fischsterben ist es wichtig, dass schnell die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden, um den Menschen und die Gewässer mit ihren Lebensgemeinschaften vor nachteiligen Folgen zu schützen. Die Umweltbehörde bittet die Bevölkerung, den zuständigen Fachbereich des jeweiligen Bezirks anzurufen und so genau wie möglich Ort, Art und Ausmaß des Schadens zu melden.

 

Bezirk Altona                       Telefon 040 42811-2069

Bezirk Bergedorf                 Telefon 040 42891-4343

Bezirk Eimsbüttel                 Telefon 040 42801-3406 oder -2686

Bezirk Hamburg-Mitte         Telefon 040 42854-4749

Bezirk Hamburg-Nord         Telefon 040 42804-6106

Bezirk Harburg                    Telefon 040 42871-2383

Bezirk Wandsbek                Telefon 040 42881-3164

 

Was sind die Gründe?

Die wichtigsten Ursachen für den Sauerstoffmangel sind menschliche Eingriffe über Jahrhunderte (Deich-, Wasser- und Hafenbau), die das Profil des Elbe-Flussbetts stark verändert und vor allem die Flachwasserzonen verringert haben. Ein weiterer Grund sind sommerliche Algenblüten an der mittleren Elbe, die dort wegen hoher Nährstoffbelastung aus Landwirtschaft, und Klärwerken auftreten und dann einige Zeit später nach Hamburg geschwemmt werden., Hier werden sie von Bakterien unter hohem Sauerstoffverbrauch abgebaut.  In den kleineren Gewässern sorgt auch die Lichteinstrahlung in das flache Gewässer für die Entstehung von hohen Algenkonzentrationen.

Um mittelfristig zu Verbesserungen zu kommen, sind seit Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden.

• Der Wärmelastplan Tideelbe, der regelt, wie viel Abwärme die Unternehmen mit ihrem Kühlwasser in die Elbe einleiten dürfen,

• Die Ausweisung der Naturschutzgebiete Mühlenberger Loch/Neßsand, Auenlandschafts Norderlebe und Holzhafen mit ihren Watt- und Flachwasserzonen,

• Die Stiftung „Lebensraum Elbe“, die den ökologischen Zustand der Tideelbe verbessern soll und die bereits mehrere Vorhaben umgesetzt hat

• Auch an den Gewässern im Stadtgebiet wurden zahlreiche Maßnahmen wie Renaturierung und Fischtreppen umgesetzt, um auch hier die Qualität der Gewässer zu verbessern und langfristig zu sichern.