Wohnen, Hotel, Kino, Gastronomie und Einkaufen: Im nördlichen Überseequartier entsteht ein außergewöhnliches Mixed-Use-Projekt, das die urbane Vielfalt und Attraktivität der HafenCity weiter bereichert. Im Bild das nördliche Grundstück 34/15. (© Nalbach + Nalbach Gesellschaft von Architekten MBH)
Wohnen, Hotel, Kino, Gastronomie und Einkaufen: Im nördlichen Überseequartier entsteht ein außergewöhnliches Mixed-Use-Projekt, das die urbane Vielfalt und Attraktivität der HafenCity weiter bereichert. Im Bild das nördliche Grundstück 34/15. (© Nalbach + Nalbach Gesellschaft von Architekten MBH)

Mehr als nur Kosmetik – Hotel und Lichtspielhaus am Sandtorkai

Ein wichtiger Baustein zur Komplettierung des nördlichen Überseequartiers wird konkret. Auf dem Baufeld 34/15 und 16 – direkt gegenüber dem neuen Hotel in der Speicherstadt entstehen ein Hotel und ein Kino, sowie Einzelhandelsflächen und Wohnungen. Bisher bietet das Areal zwischen Überseequartier und Coffeeplaza nur Auslauffläche für Hunde und den temporären Bolzplatz. Die Einzelhandelsflächen in der Coffeeplaza sind verwaist, Tristesse pur. Das wird sich jetzt radikal ändern. Zum Sandtorkai hin entsteht die „Astor Film Lounge” von Kino-Unternehmer Hans-Joachim Flebbe. Ein Premium-Lichtspielhaus mit vermutlich drei Sälen. Ein Kino mit Portier, Wagenmeistern, Garderobieren. Zum Film werden statt Popcorn „Variationen vom Käse mit Feigensenf” statt Popcorn, ein Konzept das schon in anderen deutschen Großstädten wie Berlin erfolgreich eingeführt wurde. Direkt daneben der Eingang zu einem neuartigen Konzepthotel von Hotel-Macher Kai Hollmann, Theatermacher Norbert Aust sowie Frederik und Gerrit Braun vom Miniatur Wunderland. Thematisch soll sich das Hotel mit dem Miniaturwunderland beschäftigen – man darf gespannt sein was damit gemeint ist. Rund 100 Millionen Euro soll das gesamte Projekt kosten, bei dem auch rund 125 Wohnungen entstehen sollen, ein Drittel davon geförderter Wohnungsbau. Den Gestaltungswettbewerb haben Nalbach + Nalbach Architekten aus Berlin gewonnen, Gestalter die sich besonders mit ihren Entwürfen für die Motel One Kette hervorgetan haben. Eine zügige Realisierung bietet große Chancen, die Lücke zwischen westlicher HafenCity und Überseequartier anständig zu schließen. Zwei gegenüberliegende Hotels und ein Kino mit neuester Technik und Service werden sicherlich Zugpferde sein, die erheblich zur Belebung beitragen werden. Gelingt es den Entwicklern auch die Einzelhandelsflächen – sowohl in der Coffeeplaza als auch im Baufeld selbst – zu füllen, besteht eine gute Chance auch ohne das südliche Überseequartier eine kritische Masse zu überschreiten, die dem Leiden im Überseeboulevard ein Ende setzt. Auch die Gewerbetreibenden rund um den Sandtorpark dürfte von dieser Entwicklung profitieren, ganz zu schweigen von den Anwohnern, denen ein Kino direkt vor der Haustür sicherlich gelegen kommen wird.