Gruner + Jahr CEO Julia Jäkel  Foto: TEN
Gruner + Jahr CEO Julia Jäkel
Foto: TEN

Gruner + Jahr zieht in die HafenCity

Das nächste große Hamburger Verlagshaus wird in die HafenCity umziehen: Nach dem Spiegel 2011 will sich nun auch das Medienhaus  Gruner + Jahr , zu dessen Marken unter anderem der Stern, Geo, Chefkoch oder die Brigitte gehören, in Hamburgs neuem Stadtteil niederlassen.

Das bisherige Verlagsgebäude am Baumwall ist seit mehr als 30 Jahren Hauptsitz des Hamburger Verlages und hat mit seiner besonderen Architektur das Stadtbild am Hafen geprägt. Nun soll die Unternehmenszentrale des größten Druck- und Verlagshauses Europas an den Lohsepark verlegt werden. Auf einem Grundstück von über 15.000 Quadratmetern sollen neben dem Firmensitz auch weitere Büroflächen und Wohnungen entstehen, 50% davon öffentlich gefördert. Die Erdgeschossflächen sind dabei wie üblich für gastronomische Angebote und als kulturelle Ausstellungsflächen vorgesehen. Schon 2019 soll mit dem Bau begonnen werden. An diesem spektakulären Standort, so Oberbaudirektor Franz-Josef Höing der „mindestens so delikat wie der alte ist“, würde die besondere Architektur des neues Verlagshauses den „Standort adeln“.

Visualisierung des Siegerentwurfs von Baumschlager Eberle für den Bereich Wohnen, im Vordergrund der Lohsepark
Visualisierung des Siegerentwurfs von Baumschlager Eberle für den Bereich Wohnen,
im Vordergrund der Lohsepark

Auf den ersten Blick erschließt sich diese hohe Meinung über das Gebäude dem Betrachter nicht. Doch der Entwurf der Londoner Architekten, der Ende September vorgestellt wurde, scheint es in sich zu haben. Äußerlich wie ein „zurückhaltendes Hamburger Kontorhaus“ konzipiert, das mit grün glasierter Keramik verkleidet ist, soll es im Inneren alle Anforderungen einer kreativen und innovativen Arbeitswelt bieten. Gruner + Jahr CEO Julia Jäkel: „Mit dem neuen G+J Verlagshaus entsteht ein Gebäude von nachhaltiger Klasse, ein Musterbeispiel für Unternehmensarchitektur, die ohne eitle Gesten auskommt. Das Gebäude wird ein Blickfang von außen und ein Haus des guten Arbeitens im Inneren“ und sie ergänzt: „Unsere Art des Arbeitens hat sich verändert, viele neue Produkte und Geschäfte entstehen redaktionsübergreifend in immer wieder neuen Teamstrukturen. Wir brauchen ein Haus, das mit unserer Veränderung mithalten kann und das zu uns passt, das nicht modernistisch und protzig ist, sondern von dauernder Eleganz …. das ist kein Angebergebäude“.

Visualisierung des Siegerentwurfs von Caruso St John für das neue G+J-Verlagshaus, Frontansicht mit Haupteingang
Visualisierung des Siegerentwurfs von Caruso St John für das neue G+J-Verlagshaus,
Frontansicht mit Haupteingang

Eine Tiefgarage wird das Verlagsgebäude mit dem neuen Wohngebäudekomplex verbinden, der ebenfalls auf der Fläche am Lohsepark entstehen soll. HIH Real Estate realisiert hier ca. 90 Eigentumswohnungen, die Norderstedter Adlershorst Baugenossenschaft wird ca. 110 öffentlich geförderte Wohnungen bauen. Jens Nietner, Geschätsführer HIH Real Estate und Uwe Wirries, Vorstandsvorsitzender der Adlershorst Baugenossenschaft, sind sicher, hier Wohnungen an einem der attraktivsten Plätze der Stadt zu bauen. Uwe Wirries: „ Durch das vorgesehene Bebauungskonzept wird Wohnraum in der HafenCity, einem der gefragtesten Standorte Deutschlands, für jedermann bezahlbar. Wir freuen uns, als genossenschaftliches Wohnungsunternehmen unseren Beitrag zu leisten und unseren Mitgliedern zukünftig Wohnen an diesem attraktiven Standort anbieten zu können“.

Die HafenCity Hamburg GmbH schreibt dem neuen Gebäudekomplex im Quartier Am Lohsepark  in prominenter Lage der HafenCity zwischen Lohsepark, Fernbahntrasse der Deutschen Bahn und dem Ericusgraben  eine wichtige Funktion in der Entwicklung des Standortes HafenCity zu.

Die etwa 2.200 Mitarbeiter von Gruner + Jahr sollen laut Planungen fast zeitgleich mit den Wohnungsmietern im Jahr 2021 einziehen können. TEN